Die Wechseljahre – für viele Frauen ein neues Kapitel, das mit einer Vielzahl von Herausforderungen einhergeht. Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen sind nur einige der Beschwerden, die häufig in dieser Zeit auftreten. Um diesen zu begegnen, greifen viele Frauen zu rezeptfreien Arznei- oder Nahrungsergänzungsmitteln. Doch wie sinnvoll sind diese Produkte wirklich? Eine Untersuchung von Öko-Test bringt Licht ins Dunkel.

Insgesamt wurden 23 Präparate unter die Lupe genommen, darunter sechs pflanzliche Arzneimittel und 17 Nahrungsergänzungsmittel. Die Ergebnisse zeigten, dass die pflanzlichen Arzneimittel bei der Wirksamkeit besser abschnitten als die Nahrungsergänzungen. Drei der getesteten pflanzlichen Mittel erhielten das Gesamturteil „gut“: Dr. Böhm Traubensilberkerze, Cimifugan und Remifemin mono. Diese Produkte haben sich als wirksam erwiesen, dennoch ist Vorsicht geboten, denn einige Studien sind nicht auf dem neuesten Stand der Wissenschaft.

Die Problematik der Hilfsstoffe

Ein weiterer Punkt, der in der Untersuchung aufkam, ist die Qualität der Hilfsstoffe. In einigen Arzneimitteln fanden sich bedenkliche Substanzen wie Talkum, das möglicherweise krebserregend ist. Auch Titandioxid, ein Inhaltsstoff in Remifemin Plus, steht seit 2022 auf der Liste der verbotenen Lebensmittelzusätze. Bei den Nahrungsergänzungsmitteln hingegen gab es kein einziges, das ein gutes oder sehr gutes Gesamturteil erhielt. Viele wurden sogar mit „ungenügend“ bewertet. Eine wenig erfreuliche Bilanz für Frauen, die auf diese Produkte hoffen, um ihre Beschwerden zu lindern.

Ein möglicher Nutzen wurde nur bei Produkten mit mindestens 30 mg Isoflavonen aus Soja oder Rotklee festgestellt. Doch auch hier gibt es Einschränkungen: Frauen mit Brust- oder Gebärmutterkrebs sollten solche Präparate unbedingt meiden. Zudem ist die Wirksamkeit von Hopfenextrakten zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden nicht ausreichend belegt. Übrigens, von den 17 getesteten Nahrungsergänzungsmitteln enthielten 15 unvollständige Warnhinweise, besonders hinsichtlich der Langzeitanwendung und möglicher Wechselwirkungen.

Beratung ist unerlässlich

Das Wichtigste für Frauen, die mit Beschwerden zu kämpfen haben, ist, sich gynäkologisch beraten zu lassen. Es ist nicht ratsam, sich allein auf Werbung zu verlassen. Die richtige Unterstützung kann helfen, die Herausforderungen der Wechseljahre besser zu bewältigen. Die Diskussion um pflanzliche Arzneimittel ist zudem nicht ganz einfach: Während sie für Frauen, die eine Hormonersatztherapie (HRT) vermeiden möchten, sinnvoll sein können, gibt es auch Risiken zu bedenken. Die HRT kann zwar Symptome wie Hitzewallungen und Trockenheit lindern, birgt jedoch auch gesundheitliche Risiken, vor allem wenn sie über längere Zeit eingenommen wird.

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Ein Gespräch über die Beschwerden und deren Auswirkungen auf den Alltag kann viel bewirken. Die Wahl des richtigen Präparats ist entscheidend. Frauen, die sich für pflanzliche Mittel entscheiden, sollten darauf achten, dass diese möglichst rein sind und keine unnötigen Zusatzstoffe enthalten. Die Preise der getesteten pflanzlichen Arzneimittel lagen zwischen 35 Cent und 1,52 Euro – eine Investition in die eigene Gesundheit, die gut überlegt sein will.

In Deutschland sind rund neun Millionen Frauen von Wechseljahresbeschwerden betroffen. Das zeigt, wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und die richtigen Lösungen zu finden. Ob pflanzlich oder hormonell – jede Frau muss für sich selbst entscheiden, was am besten zu ihr passt. Und manchmal ist es einfach nur wichtig, darüber zu reden. Denn das Verständnis für die eigenen Beschwerden kann schon eine Erleichterung sein.