Heute ist der 24.09.2026 und wir tauchen in ein Thema ein, das viele Frauen in Deutschland betrifft: die Wechseljahre. Rund neun Millionen Frauen sind hierzulande betroffen und viele suchen nach Linderung für die häufigen Beschwerden wie Hitzewallungen und Nachtschweiß. Da kommt die Frage auf: Was hilft wirklich? Viele setzen auf rezeptfreie Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel, die in Drogeriemärkten, Bio-Supermärkten und Reformhäusern erhältlich sind. Doch wie sicher sind diese Mittel? Öko-Test hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und 23 Produkte unter die Lupe genommen – 6 pflanzliche Arzneimittel und 17 Nahrungsergänzungsmittel. Die Ergebnisse sind aufschlussreich und zeigen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Die Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel, insbesondere bei Hitzewallungen, ist gut belegt. Produkte wie Dr. Böhm Traubensilberkerze schneiden dabei mit einer Gesamtnote von „gut“ ab, während Femiloges eine „befriedigende“ Bewertung erhielt. Allerdings gibt es auch Schattenseiten: In drei der getesteten Arzneimittel wurden unerwünschte Hilfsstoffe gefunden, darunter Talkum, das als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft ist. Und Remifemin Plus? Das enthielt Titandioxid, seit 2022 als Lebensmittelzusatz verboten. Ein klarer Fall für mehr Transparenz und Sicherheit!

Die Problematik der Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel dürfen nicht mit heilender Wirkung beworben werden, da sie rechtlich als Lebensmittel gelten. Das bedeutet, dass die Hersteller allein für die Qualität verantwortlich sind – und das kann manchmal zu Problemen führen. Öko-Test forderte von den Herstellern produktbezogene Studien, doch viele Antworten blieben aus oder waren unzureichend. Besonders alarmierend: 15 von 17 getesteten Präparaten fehlten wichtige Warnhinweise zu möglichen Risiken. Und wenn wir uns die Inhaltsstoffe anschauen, wird schnell klar, dass viele Mittel die empfohlenen Höchstmengen von Vitaminen und Mineralstoffen überschreiten.

Ein Evidenzbericht des IQWiG hat gezeigt, dass mindestens 30 mg Isoflavone täglich notwendig sind, um Wechseljahresbeschwerden merklich zu lindern. Produkte mit weniger als dieser Menge wurden abgewertet – ein Beispiel ist Dr. Kneißl, das mit der Gesamtnote „ungenügend“ abschloss. Es ist also entscheidend, auf die Inhaltsstoffe zu achten und sich über die Wirkungen der Präparate zu informieren. Frauen sollten sich individuell von Gynäkologen beraten lassen, um das passende Mittel zu finden, besonders wenn sie an Brustkrebs erkrankt sind, da Isoflavon-haltige Präparate für diese Gruppe nicht empfohlen werden.

Die Rolle der Hormonersatztherapie

Aber was ist mit der Hormonersatztherapie (HRT)? Viele Frauen stellen sich die Frage, ob sie diese Option in Betracht ziehen sollten. Laut Experten ist die HRT sinnvoll, wenn gesundheitliche Risiken, die einer Hormontherapie nicht entgegenstehen. Östrogen kann viele Symptome wie Trockenheit, Hitzewallungen und Schlafstörungen lindern. In der Diskussion um die HRT wird oft betont, dass lokale Östrogenpräparate bei vorrangigen Intimbeschwerden empfohlen werden. Und die transdermale Applikation? Die verringert das Thromboserisiko, was für viele Frauen ein wichtiger Punkt ist.

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Aber Vorsicht, das Brustkrebsrisiko steigt erst nach mehr als fünf Jahren HRT bei einer Östrogen-Gestagen-Kombination. Daher sind regelmäßige Brustuntersuchungen wichtig. Beide Behandlungsarten – pflanzliche Arzneimittel und HRT – können Wechseljahresbeschwerden mildern, jedoch ist eine individuelle Abwägung der Vor- und Nachteile unerlässlich. Und während wir über die verschiedenen Möglichkeiten sprechen, darf man nicht vergessen, dass auch Tiefenentspannung, Sport und Chinesische Kräutermedizin in Studien keine signifikante Wirkung auf Wechseljahresbeschwerden gezeigt haben.

Es bleibt also viel zu berücksichtigen, wenn es um die Wahl der richtigen Behandlung geht. Ein persönliches Gespräch über Beschwerden und deren Auswirkungen auf den Alltag kann schon oft helfen, die beste Lösung zu finden. Am Ende des Tages ist es wichtig, dass jede Frau für sich selbst herausfindet, was ihr am besten hilft – ob pflanzlich, hormonell oder ganz anders.