Nahrungsergänzung für Kinder: Notwendig oder überflüssig?
Heute ist der 5.11.2026 und während sich die kalte Jahreszeit mit ihren typischen Erkältungen ankündigt, stehen viele Eltern vor der Frage: Brauchen meine Kinder Nahrungsergänzungsmittel? Das hat auch die Autorin Stephanie Bargmann aus Stade in einem Artikel thematisiert. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt eindringlich vor überflüssigen und potenziell schädlichen Ergänzungen. Ein gesundes Kind, das sich ausgewogen ernährt, benötigt in der Regel keine zusätzlichen Vitamine. Besonders Vitamin C und Zink werden oft angepriesen – aber sind sie wirklich nötig?
Die Ernährungsexpertin Anneke von Reeken hebt hervor, dass der Tagesbedarf an Vitamin C mühelos durch 1-2 Portionen Obst gedeckt werden kann. Das klingt doch ganz einfach! Doch Vorsicht: Eine Überdosierung von Zink kann zu gesundheitlichen Problemen führen, wie Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden. Und bei Vitamin D sollte man sich nicht ohne ärztliche Rücksprache darauf stürzen, besonders bei den Kleinsten unter uns – den Säuglingen.
Die Verantwortung der Verbraucher
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die oft euphorischen Werbeversprechen für Nahrungsergänzungsmittel kritisch zu hinterfragen. Denn die Sicherheit dieser Produkte liegt in der Verantwortung des Lebensmittelunternehmers. Ein Blick auf die aktuellen Untersuchungen des LAVES zeigt, dass Nahrungsergänzungsmittel für Kinder zwar beliebt sind, jedoch oft nicht das halten, was sie versprechen. Im Jahr 2025 wurden 18 solcher Mittel getestet, die für Kinder ab 4 Jahren beworben wurden – darunter Gummibärchen, Lutsch- und Kautabletten sowie Säfte. Das Ergebnis war ernüchternd.
Einige Produkte enthielten nicht nur die angegebenen Vitamine, sondern waren auch mit Jod, Zink oder Eisen angereichert. In zwei getesteten Fällen stellte man fest, dass der Gehalt an Vitamin B2 und Vitamin C sogar unterschritten wurde. Das ist schon ein bisschen besorgniserregend, oder? Und das ist noch nicht alles: Mehrere Proben wiesen höhere Gehalte als deklariert auf, bei Vitamin D, Folsäure und Zink. Es gab sogar zwei Produkte, die die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Tageszufuhren für Kinder überschritten. Das wirft Fragen auf!
Verwechslungsgefahr und fehlende Regelungen
Apropos Fragen: Die Aufmachung einiger Produkte ist ebenfalls problematisch. Manchmal wirken sie mehr wie Süßigkeiten als wie ernsthaft gemeinte Nahrungsergänzungsmittel. Hier wäre eine klare Kennzeichnung wichtig, um Verwechslungen zu vermeiden. Ein kindersicherer Verschluss könnte auch helfen, damit die Kleinen nicht aus Versehen an die „Leckereien“ gelangen. Zudem gibt es aktuell keine speziellen gesetzlichen Definitionen für Kinder-Nahrungsergänzungsmittel, noch Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe. Das ist ein bisschen beunruhigend, wenn man darüber nachdenkt.
Die Forderung nach verbindlichen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Kinder-Nahrungsergänzungsmitteln wird immer lauter. Es ist wichtig, dass Eltern gut informiert sind und sich nicht von verlockenden Werbeversprechen blenden lassen. Schließlich wollen wir nur das Beste für unsere Kinder, und manchmal ist weniger einfach mehr. In der Zeit der Erkältungen sollten wir uns auf natürliche und gesunde Ernährungsweisen konzentrieren, anstatt blind zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen. Ein bisschen Obst, Gemüse und vielleicht eine Portion frische Luft – das tut Körper und Seele gut!
