Heute ist der 20.09.2026 und während wir uns in einer Welt voller Nahrungsergänzungsmittel bewegen, steht Lithium im Mittelpunkt eines neuen Hypes. Ja, genau, Lithium – das Element, das viele von uns mit der Behandlung von psychischen Erkrankungen verbinden. Aber jetzt gibt es eine neue Dimension: niedrig dosiertes Lithium als Nahrungsergänzungsmittel, das möglicherweise auch Alzheimer vorbeugen kann. Klingt ein wenig nach Zauberei, oder? Aber schauen wir uns mal die Fakten genauer an.

In der Psychiatrie hat Lithium eine lange Geschichte. Es ist seit Jahrzehnten bewährt, insbesondere bei bipolaren Störungen und therapieresistenten Depressionen. Hochdosiertes Lithiumcarbonat ist gut erforscht, hat jedoch seine Schattenseiten: Nierenschädigungen, Schilddrüsenunterfunktion, Übelkeit und andere unangenehme Nebenwirkungen sind keine Seltenheit. Bei niedrig dosiertem Lithiumorotat hingegen, das in vielen Nahrungsergänzungsmitteln zu finden ist, steht die Frage der Langzeitwirkungen noch im Raum. Die Wissenschaft hat hier noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Die Suche nach dem Zusammenhang

Eine spannende Wendung nimmt das Ganze durch die regionalen Gegebenheiten in der Schweiz, wo Lithium sogar im Trinkwasser vorkommt. Aber bevor wir anfangen, unsere Wasserflaschen aufzufüllen, sollten wir wissen, dass frühere Studien aus den 90ern zwar einen Zusammenhang zwischen höherer Lithiumkonzentration im Trinkwasser und niedrigeren Suizid- und Kriminalitätsraten zeigten, jedoch kein klarer kausaler Zusammenhang belegt werden konnte. Die aktuelle Studie von Eva-Maria Pichler aus dem Jahr 2024 kommt zu einem ähnlichen Schluss: Es gibt keinen erwiesenen Zusammenhang zwischen Lithium im Trinkwasser und der Suizidrate. Das lässt die Forderungen, Lithium dem Trinkwasser beizufügen, wie einen Traum erscheinen, der nicht erfüllt werden kann.

Immerhin, die Forschung schläft nicht! Eine neue Studie aus August 2025 in der Fachzeitschrift „Nature“ zeigt, dass Lithiummangel bei Mäusen zu einer erhöhten Bildung von Alzheimer-Plaques führt. Und das ist noch nicht alles! Lithiumorotat könnte hier eine Rolle spielen, indem es diese Plaques reduziert. Aber – Spoiler Alert – das Ganze ist bislang Grundlagenforschung. Die Übertragbarkeit auf den Menschen muss noch eingehend untersucht werden. Wir stehen also erst am Anfang dieser aufregenden Reise.

Alzheimer und Lithium: Ein schmaler Grat

Die Frage, ob Lithium tatsächlich Alzheimer vorbeugen oder behandeln kann, bleibt kompliziert. Studien aus Dänemark und Großbritannien deuten darauf hin, dass Lithium möglicherweise eine schützende Wirkung gegen Demenzerkrankungen haben könnte. Aber auch hier gibt es keine klinischen Studien, die einen klaren Nutzen beim Menschen belegen. Ein Mangel an Lithium könnte sogar die Alterung von Nervenzellen beschleunigen, was das Fortschreiten von Alzheimer begünstigt. Das ist ein düsteres Bild, das wir uns da zeichnen.

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Und dann gibt es Lithiumorotat, das in vielen frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten ist. Es zeigt im Tierversuch eine Reduktion von Alzheimer-Plaques, aber für den Menschen fehlen bislang belastbare Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit. Die Fachleute warnen vor potenziellen, ungeklärten Langzeitfolgen der Einnahme. Das ist schon ein bisschen beunruhigend, oder? Schließlich spricht man von einem Element, das in hohen Dosen giftig sein kann.

In der Schweiz wird Lithium nicht als essenzielles Spurenelement anerkannt, und die Präparate müssen im Ausland bestellt werden. Bei ärztlich verordneten Magistralrezepturen kann Lithium in Apotheken produziert werden, was eine gewisse Sicherheit bietet. Aber ob wir auf die Idee kommen sollten, einfach so mit der Einnahme zu beginnen? Das bleibt fraglich.

Lithium hat unbestritten seine Vorzüge, doch die Suche nach dem Wundermittel für alle geht weiter. In der Zwischenzeit bleibt uns nichts anderes übrig, als die Entwicklungen genau zu verfolgen und uns nicht von Hypes mitreißen zu lassen. Sicher ist nur: Die Welt der Nahrungsergänzungsmittel ist komplex und voller Überraschungen – und manchmal auch ein wenig verwirrend.