Die Nachfrage nach Osteopathie in Deutschland nimmt rasant zu. Vor allem in kleinen Städten wie Finsterwalde ist das spürbar. Dort erfreut sich die Privatpraxis der Ärztin und Osteopathin Marion Otto einem bemerkenswerten Zulauf. Die Menschen scheinen unzufrieden mit dem Gesundheitssystem zu sein und suchen nach alternativen Behandlungsmethoden, die ihnen mehr Vertrauen schenken. Das zeigt sich auch in den aktuellen Studien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbandes: Während das Vertrauen in Ärzte nach wie vor hoch ist, sinkt die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem. Ein klarer Fingerzeig darauf, dass viele Patienten nach neuen Wegen suchen, um ihre Gesundheit in den Griff zu bekommen.

Osteopathie ist dabei eine Methode, die immer beliebter wird. Laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2018 war bereits jeder fünfte Bundesbürger bei einem der rund 10.000 Osteopathen in Behandlung. Das lässt sich auch an den geschätzten 10 Millionen Osteopathiebehandlungen jährlich in Deutschland ablesen. Seit 2012 haben fast 100 gesetzliche Krankenkassen Osteopathie in ihren Leistungskatalog aufgenommen, was fast 30 Millionen Versicherten zugutekommt. Langzeitstudien, wie etwa die der BKK Advita, belegen die Wirksamkeit dieser Methode und zeigen, dass sie oft eine kostengünstige Therapie darstellt – häufig sind nur drei bis fünf Sitzungen nötig.

Die Rolle der Osteopathie im Gesundheitssystem

Die Osteopathiebehandlung kostet in der Regel zwischen 60 und 120 Euro, wobei die Erstattung durch die Krankenkassen stark variiert. Schließlich gilt Osteopathie als Extraleistung, und die Kassen entscheiden selbst, ob und in welchem Umfang sie diese Leistungen übernehmen. Ein hilfreiches Online-Portal namens Osteokompass bietet dazu eine Übersicht, die aufzeigt, welche Krankenkassen osteopathische Leistungen erstatten und unter welchen Bedingungen. Das macht die Suche nach einem passenden Anbieter etwas einfacher.

Doch der Beruf des Osteopathen ist in Deutschland nicht staatlich geregelt. Nur approbierte Ärzte und Heilpraktiker dürfen Osteopathie ausüben. Das sorgt zwar für eine gewisse Qualität, aber die Ausbildung ist nicht einheitlich. Medizinstudium und Heilpraktikerexamen garantieren keine Qualitätssicherung der osteopathischen Ausbildung. Der VWOD setzt sich dafür ein, dass es eine gesetzliche Regelung gibt, die eine hochwertige Ausbildung sicherstellt. In den USA hingegen ist der Beruf des Osteopathen gesetzlich anerkannt und geschützt – dort dürfen Osteopathen sogar Diagnosen stellen und invasiv behandeln.

Die Osteopathie auf dem internationalen Parkett

Ein weiteres Zeichen für die wachsende Bedeutung der Osteopathie: Vom 6. bis 8. Oktober findet der 3. Internationale Kongress der Osteopathen in Schlangenbad statt. Diese Veranstaltung zeigt, wie sehr Osteopathie in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen hat. Dr. Andrew Taylor Still, der die Methode vor rund 130 Jahren in den USA begründet hat, hätte sicher seine Freude daran. Osteopathie betrachtet, wie Veränderungen an Knochen, Gelenken oder Muskeln den gesamten Organismus beeinflussen können. Der ganzheitliche Ansatz dieser Therapieform kombiniert die Prinzipien der Naturheilkunde mit der Wissenschaftlichkeit der Schulmedizin.

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Matthias Psczolla, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Manualmedizin (DGMM), äußert sich positiv zur Osteopathie und hebt hervor, dass fundierte Kenntnisse der Anatomie und Physiologie für die Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen unerlässlich sind. In Deutschland gibt es schätzungsweise 1.000 bis 1.200 praktizierende Osteopathen, und die osteopathische Ausbildung umfasst für Ärzte in der Regel 400 Stunden, während nichtärztliche Therapeuten eine fünfjährige berufsbegleitende Ausbildung absolvieren müssen. Das klingt nach einem soliden Fundament!

Die osteopathische Praxis hat also viel zu bieten und ist auf dem besten Weg, sich in der Gesundheitslandschaft Deutschlands weiter zu etablieren. Die Menschen suchen nach Alternativen, und Osteopathie könnte genau das sein, was sie brauchen, um ihre Gesundheit aktiv in die eigenen Hände zu nehmen.