Die Welt der Alternativmedizin hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Eine Praxis, die dabei besonders ins Rampenlicht gerückt ist, ist der „Biosphere Hub“ in Neudau, betrieben von der Allgemeinmedizinerin Elke Doppelhofer-Fakas und ihrem Partner Johann Doppelhofer. Hier wird ein Verfahren namens „Inuspherese“ angeboten, das als eine Art Blutwäsche gilt und darauf abzielt, Umweltgifte aus dem Körper zu entfernen. Klingt das nicht nach einer wahren Verjüngungskur? Wenn man dem Beauty-Chef der deutschen Vogue Glauben schenken darf, der die Praxis kürzlich für einen Selbstversuch besucht hat, könnte da wirklich etwas dran sein.

Die „Inuspherese“ wird seit drei Jahren praktiziert und hat bereits zahlreiche Klienten aus Deutschland, Slowenien und der Schweiz angezogen – darunter Manager und Biohacker, die stets auf der Suche nach dem nächsten großen Gesundheitstrend sind. Die Behandlung dauert etwa zwei Stunden und beinhaltet zwei Filterprozesse, um Blutzellen und Plasma zu trennen. Doch nicht alle sind von der Wirksamkeit überzeugt. Kritiker – einschließlich einiger Berufskollegen und Fachmagazine – äußern Bedenken, insbesondere hinsichtlich der Kosten und der tatsächlichen Effektivität des Verfahrens. Die Ärzte verweisen jedoch auf Studien der Uniklinik Dresden und des King’s College London, die die Wirksamkeit der „Inuspherese“ unterstützen.

Einblicke in die Methode

Die „Inuspherese“ ist nicht das einzige Verfahren, das zur Blutwäsche gehört. Generell umfasst diese eine Vielzahl von Methoden zur Entfernung unerwünschter Stoffe aus dem Blut. Dazu zählen Plasmapherese, Hämofiltration und die Lipid-Apherese, die insbesondere bei familiären Fettstoffwechselstörungen eingesetzt wird. Letztere zielt darauf ab, bestimmte Lipide und Cholesterine wie LDL – das berüchtigte „schlechte Cholesterin“ – aus dem Blut zu entfernen. Man könnte sagen, es ist wie eine gründliche Reinigung für das Blut, um Arteriosklerose und Herzerkrankungen vorzubeugen.

Doch was genau geschieht während einer solchen Behandlung? Die Lipid-Apherese bindet toxische Substanzen, die an Fette gebunden sind, im Blut. Erstmalig wird diese Therapie häufig bei chronischen Erkrankungen durchgeführt, gefolgt von einer Behandlung mit einem sogenannten Umweltfilter. Neben der „Inuspherese“ gibt es noch weitere Verfahren, die bei verschiedenen Erkrankungen, wie Autoimmunerkrankungen oder schweren Infektionen, Anwendung finden. Auch die Behandlung von Lyme-Borreliose gehört dazu, ein Zustand, der oft mit konventionellen Antibiotika nicht ausreichend behandelt werden kann.

Kritische Stimmen und wissenschaftliche Diskussionen

Die Diskussion über den Nutzen solcher Blutwäsche-Verfahren ist jedoch alles andere als klar. Während einige Patienten von Verbesserungen in ihrer Lebensqualität berichten, bleibt die wissenschaftliche Gemeinschaft gespalten. Es mangelt an großangelegten Studien zur Wirksamkeit bei gesunden Menschen oder zur langfristigen Lebensverlängerung. Experten warnen zudem vor den Risiken, die eine Blutwäsche mit sich bringen kann, wie Kreislaufbelastung oder das Entfernen nützlicher Substanzen. Und nicht zu vergessen: die Kosten sind nicht unerheblich.

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Egal, ob man sich für die „Inuspherese“ oder andere Verfahren interessiert – die Welt der Blutwäsche ist komplex und voller Möglichkeiten, aber auch Unsicherheiten. In spezialisierten Zentren sollte eine solche Behandlung nur bei medizinischer Notwendigkeit in Erwägung gezogen werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend weiterentwickelt und ob er sich als das entpuppt, was viele erhoffen: ein Jungbrunnen für Körper und Seele.