Der Winter steht vor der Tür! Wenn die Temperaturen sinken und die ersten Schneeflocken fallen, träumen wir von duftenden Lebkuchen, Zimtsternen und warmem Milchreis. Zimt – dieser köstliche Gewürzklassiker – gehört zur kalten Jahreszeit wie der Glühwein auf den Weihnachtsmarkt. Doch inmitten all dieser kulinarischen Freuden gibt es einige Dinge, über die wir uns Gedanken machen sollten. Vor allem, wenn es um die verschiedenen Zimtarten geht und was sie für unsere Gesundheit bedeuten können.

Wir haben zwei Hauptarten von Zimt: Cassia- und Ceylon-Zimt. Cassia-Zimt, der vor allem aus Ost- und Südostasien stammt, ist in vielen Supermärkten weit verbreitet. Hierbei handelt es sich um einen Zimt mit einem deutlich höheren Cumaringehalt – etwa 3000 mg/kg. Das klingt viel und ist es auch! Cumarin ist ein Aromastoff, der bei empfindlichen Personen in hohen Konzentrationen Leberschäden verursachen kann. Die gute Nachricht: Die Leber regeneriert sich in der Regel, wenn der Cumarin-Konsum eingestellt wird.

Die Unterschiede zwischen Cassia- und Ceylon-Zimt

Ceylon-Zimt, der auch als „echter Zimt“ bekannt ist, wird hauptsächlich in Sri Lanka, Indien und den Seychellen angebaut. Hier liegt der Cumaringehalt bei weniger als 8 mg/kg. Das ist ein großer Unterschied! Der Geschmack von Ceylon-Zimt ist zudem milder und feiner, während Cassia-Zimt einen eher herben Charakter hat. Wer auf seine Gesundheit achtet und häufig Zimt verwendet, sollte sich für die weniger belastende Ceylon-Variante entscheiden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt eben genau das, vor allem bei der häufigen Nutzung großer Mengen Zimt im Alltag.

Übrigens, die Sortenangabe ist wichtig! Wenn du gemahlenen Zimt kaufst, solltest du darauf achten, dass Ceylon-Zimt ausdrücklich angegeben ist. Bio-Zimt sagt leider nichts über den Cumaringehalt aus – hier ist also Vorsicht geboten. Besonders bei Nahrungsergänzungsmitteln auf Zimtbasis kann der Cumaringehalt hoch sein. Am besten also die Finger davon lassen, wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest.

Cumarin und die tolerierbare tägliche Dosis

Wir sprechen hier von einer tolerierbaren täglichen Cumarinaufnahme (TDI), die bei 0,1 mg/kg Körpergewicht liegt. Für einen Erwachsenen mit 60 kg Körpergewicht entspricht das 6 mg Cumarin – eine Menge, die man mit etwa 2 g Cassia-Zimt schnell erreichen kann. Bei Kindern wird’s noch kritischer. Ein Kind mit 15 kg erreicht den TDI bereits nach dem Verzehr von etwa 0,5 g Cassia-Zimt. Ein kurzer Genuss von Weihnachtsgebäck ist unbedenklich, aber täglicher Verzehr sollte vermieden werden.

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Es ist wichtig zu wissen, dass isoliertes Cumarin nicht Lebensmitteln zugesetzt werden darf, aber cumarinhaltige Pflanzenteile dürfen zur Aromatisierung verwendet werden. Wer also auf die Gesundheit achtet, sollte den Verzehr von Cassia-Zimt in Maßen halten und die Vorteile von Ceylon-Zimt nutzen, um die Cumarinaufnahme zu verringern.

Die Rolle von Zimt in der Gesundheit

Ein weiterer Punkt, den viele Verbraucher wissen sollten: Regelmäßige Einnahme von Zimtpräparaten wird nicht als wirksam für die Behandlung von Typ-2-Diabetes angesehen. Die Verbraucherzentrale warnt vor irreführenden Werbeaussagen in diesem Zusammenhang. Zimtkapseln sind auch nicht gleichzusetzen mit Zimtpulver, da der Cumaringehalt stark variieren kann. Für Menschen mit Diabetes ist es also wichtig, sich nicht allein auf Zimt zu verlassen, sondern sich umfassend beraten zu lassen.

Der Zimtbaum – ein faszinierender Baum, dessen Rinde bei der Ernte fermentiert und getrocknet wird. Ceylon-Zimt wird dabei in röhrenförmige Stangen verarbeitet, während Cassia-Zimt in langen Stücken oder gemahlen angeboten wird. Wenn du also das nächste Mal Zimt in deinen Rezepten verwendest, denke daran, woher er kommt und welche Wirkung er auf deinen Körper haben kann. Und vielleicht, nur vielleicht, greifst du ja zum Ceylon-Zimt und genießt die kalte Jahreszeit mit einem guten Gewissen.