Heute ist der 6.11.2026, und während die kalte Jahreszeit vor der Tür steht, machen sich viele Eltern Gedanken über die Gesundheit ihrer Kinder. Erkältungen sind in der Winterzeit fast schon ein Volksleiden, und die Regale in den Drogerien quellen über mit Nahrungsergänzungsmitteln, die Immunstärke versprechen. Doch wie sinnvoll sind diese Mittel wirklich, und sind sie vielleicht sogar überflüssig? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat dazu klare Worte gefunden und warnt vor überflüssigen und potenziell schädlichen Produkten.

Es ist ein weit verbreitetes Bild: besorgte Eltern, die ihren Kindern Vitamin C und Zink in Form von bunten Bonbons oder Gummibärchen geben, in der Hoffnung, so Erkältungen vorzubeugen. Dabei ist eine ausgewogene Ernährung in der Regel ausreichend, um den Nährstoffbedarf der Kleinen zu decken. Vitamin C und Zink sind zwar essentielle Nährstoffe – das heißt, der Körper kann sie nicht selbst herstellen – doch deren zusätzliche Gabe ist für gesunde Kinder oft nicht notwendig.

Die Risiken von Überdosierungen

Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass eine zu hohe Aufnahme von Zink gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann. Übelkeit, Erbrechen oder Magen-Darm-Beschwerden sind nur einige der möglichen Nebenwirkungen. Zink ist wichtig, aber die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene nur 7 bis 16 mg pro Tag. Die tolerierbare obere Aufnahmemenge für Zink liegt bei 25 mg. Komischerweise überschreiten viele der im Handel erhältlichen Produkte diese Menge, was die LAVES in ihren regelmäßigen Untersuchungen bestätigte. So kam es 2024 dazu, dass bei 19 Proben Dosierungen von 200 bis 1200 mg Vitamin C und 5,0 bis 15 mg Zink festgestellt wurden.

Und das ist noch nicht alles! Einige Produkte enthalten nicht einmal einen Warnhinweis, dass man nicht zusätzlich zinkhaltige Nahrungsergänzungsmittel einnehmen sollte. Das führt nicht nur zu Überdosierungen, sondern auch zu Verwirrung. Die Werbung für diese Mittel suggeriert oft, dass sie vor Erkältungen schützen können, was laut EFSA nicht bewiesen ist. Tatsächlich sind es einfache Dinge wie ausreichend Schlaf, viel Flüssigkeit und eine ausgewogene Ernährung, die die Abwehrkräfte stärken.

Vitamin C und seine Quellen

Was Vitamin C angeht, so ist der Tagesbedarf für Kinder meist durch 1-2 Portionen Obst abgedeckt. Zitrusfrüchte, Beeren und Paprika – die sind nicht nur lecker, sondern auch gesund! Ein Vitamin-C-Mangel kommt in Deutschland praktisch nicht mehr vor, und trotzdem finden sich unzählige Produkte, die dieses Vitamin in hohen Dosierungen anbieten. Die Höchstmenge für Vitamin C in Nahrungsergänzungsmitteln beträgt 250 mg pro Tagesverzehr. Fast die Hälfte der getesteten Produkte überschritt jedoch diese Menge.

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Die Werbung spielt dabei eine große Rolle. Jedes zehnte Kind erhält mittlerweile täglich Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Lebensmittel. Aber sind diese wirklich kindgerecht? Die Verbraucherzentrale hat festgestellt, dass 70 % der geprüften Produkte die Referenzwerte für 4- bis 7-Jährige überschreiten. Das ist nicht nur unnötig, sondern kann auch gefährlich sein – vor allem wenn man bedenkt, dass hohe Dosen von fettlöslichen Vitaminen wie A und D gesundheitliche Probleme hervorrufen können.

Ein kritischer Blick auf die Werbung

Die Verbraucherzentralen raten Eltern, Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen. Oft sind die gesundheitlichen Angaben auf den Verpackungen auf Erwachsene bezogen und für Kinder nicht geeignet. Zudem sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nur auf ärztlichen Rat erfolgen. Schließlich haben Kinder andere Bedürfnisse als Erwachsene, und die Produkte sind nicht immer kindgerecht formuliert.

In Anbetracht all dieser Informationen bleibt der Schluss: Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O. Eltern sollten sich nicht von bunten Verpackungen und großen Versprechungen blenden lassen. Stattdessen könnte ein Besuch beim Kinderarzt oder eine gute Beratung helfen, um die beste Lösung für die Gesundheit der Kleinen zu finden. Denn letztlich sind es die einfachen Dinge im Leben, die oft die größte Wirkung haben.