Es gibt wohl kaum ein Thema, das so viele Menschen bewegt wie das Altern. Kaum hat man die 30 überschritten, fallen einem plötzlich die ersten Fältchen auf – und schon schleicht sich der Gedanke ein, ob nicht ein bisschen Hormonersatz helfen könnte. Doch die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) warnt eindringlich vor der Verwendung von Wachstumshormonen als Verjüngungsmittel. Es gibt schlichtweg keinen belegten Anti-Aging-Nutzen dieser Hormongaben.

Die DGE empfiehlt stattdessen, aktiv zu bleiben. Regelmäßige Bewegung und moderater Sport sind die Schlüssel zu einem gesunden Altern. Frauen erleben ab dem 35. Lebensjahr einen Rückgang ihrer Sexualhormone, insbesondere Östrogen und Progesteron. Das kann zu Zyklusunregelmäßigkeiten, einer Abnahme der Fruchtbarkeit und Stimmungsschwankungen führen. Männer hingegen müssen sich ab etwa dem 40. Lebensjahr mit einem jährlichen Rückgang des Testosteronspiegels von ein bis zwei Prozent auseinandersetzen. Lustigerweise sind nur 3-5% der Männer zwischen 60 und 79 Jahren tatsächlich von einem klinisch relevanten Testosteronmangel betroffen.

Die Risiken der Hormongaben

Hormonersatztherapien werden häufig als Wunderwaffe gegen die Zeichen des Alterns vermarktet, allerdings fehlen wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit. Langzeitdaten zu Hormongaben sind rar, und die DGE rät dringend zum Verzicht auf Wachstumshormone. Diese können nicht nur die Fettverteilung im Körper nur minimal beeinflussen, sondern bergen auch Risiken wie Stoffwechselstörungen und Gelenkschmerzen.

Ein weiteres Hormon, das oft als Anti-Aging-Mittel angepriesen wird, ist Melatonin. Es zeigt zwar positive Wirkungen beim Schlafverhalten, jedoch nicht in Bezug auf Anti-Aging. Auch DHEA, ein Nebennierenhormon, das in Östrogene und Androgene umgewandelt wird, hat in Studien keine signifikanten Effekte auf das Wohlbefinden gezeigt. Die DGE mahnt zur Vorsicht, da einige pflanzliche Arzneimittel sogar krebserregende Stoffe enthalten könnten. Vor der Einnahme solcher Präparate wird eine individuelle gynäkologische Beratung empfohlen, besonders für Frauen, die bereits an Brustkrebs erkrankt sind.

Der natürliche Prozess des Alterns

Mit dem Alterungsprozess sinkt die Produktion verschiedener körpereigener Hormone. Ab dem 40. Lebensjahr beginnt der Körper, weniger von Hormonen wie DHEA, Melatonin und Wachstumshormon zu produzieren. Und das ist ganz normal – eine natürliche Folge des Alterns, nicht dessen Ursache. Die DGE erklärt, dass die Abnahme von Hormonen nicht als Mangel gewertet werden sollte, denn die individuelle Hormonkonzentration variiert stark von Person zu Person.

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Der Alterungsprozess ist biologisch und nicht umkehrbar. Mit den Jahren wird die Haut dünner, die Augen und Ohren verlieren an Leistungsfähigkeit, die Knochen werden porös und die Gefäße verengen sich. Daher ist es umso wichtiger, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern. Gewichtsregulation, ein Body-Mass-Index unter 25 und moderate Bewegung sind bewährte Maßnahmen, um den Alterungsprozess positiv zu beeinflussen.

Fazit oder eher nicht?

Es ist eine traurige Realität: Nach 50 Jahren Forschung zu Hormonersatztherapien sind die Ergebnisse ernüchternd. Es gibt nur wenige positive Effekte, die gravierenden Risiken und Nebenwirkungen gegenüberstehen. Die Mehrheit der Ratsuchenden hat kein Hormonmangelproblem, sondern sieht sich einfach der Realität des Älterwerdens gegenüber. Hormone wirken als Botenstoffe im Körper, doch sie sind keine Zaubertricks, um die Zeit zurückzudrehen. Eine kritische Betrachtung der Hormongaben im Alter ist ratsam, und Experten empfehlen, diese nicht außerhalb klinischer Studien durchzuführen.