Wechseljahre im Test: Natürliche Helfer oder Gesundheitsrisiko?
Die Wechseljahre – ein Thema, das viele Frauen betrifft und doch oft im stillen Kämmerlein besprochen wird. Wenn die Hitzewallungen zuschlagen und der Schweiß plötzlich in Strömen fließt, suchen viele nach natürlichen Lösungen. Und da kommen pflanzliche Präparate ins Spiel. Ein Test des Magazins Ökotest hat 23 dieser Produkte unter die Lupe genommen, und die Ergebnisse sind, sagen wir mal, durchwachsen. Nur drei der getesteten Produkte schnitten mit „gut“ ab, während satte 17 als „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet wurden. Das ist schon eine ordentliche Ansage!
Betrachtet wurden sowohl pflanzliche Arzneimittel als auch Nahrungsergänzungsmittel. In der Runde der Inhaltsstoffe tummeln sich bekannte Namen wie Soja, Rotklee, Hopfen, Salbei und Mönchspfeffer. Doch Vorsicht! Einige Produkte enthalten kritische Inhaltsstoffe wie Talkum und Titandioxid. Das kann bei den Anwenderinnen für Stirnrunzeln sorgen, vor allem wenn man bedenkt, dass Kombinationen mehrerer Pflanzenstoffe problematisch sein können – Wechselwirkungen sind da keine Seltenheit. Und dann gibt’s noch die Vitamine und Mineralstoffe. Tatsächlich sind deren Nutzen für Beschwerden in den Wechseljahren oft nicht wirklich belegt. Vitamin B6 ist zwar ein guter Partner für die Hormontätigkeit, doch es stoppt nicht den Rückgang von Östrogen und Progesteron. Das ist, ehrlich gesagt, eine kleine Enttäuschung.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen
Ein wichtiger Punkt, den viele Frauen nicht bedenken: Pflanzliche Arzneimittel müssen zugelassen werden. Ihre Wirkung ist durch Studien oder Bewertungen der Europäischen Arzneimittelagentur abgesichert. Nahrungsergänzungsmittel dagegen gelten als Lebensmittel und benötigen keine solche Zulassung oder Sicherheitsprüfung. Das wirft Fragen auf – ist das wirklich sicher? In Österreich liegt das Durchschnittsalter für den Eintritt in die Menopause bei etwa 51 Jahren. Ein Zeitpunkt, an dem viele Frauen sich intensiver mit ihren Beschwerden auseinandersetzen und sich oft nicht scheuen, nach pflanzlichen Alternativen zu suchen.
Ein kluger Rat, den man sich zu Herzen nehmen sollte: Es ist sinnvoll, Wechseljahresbeschwerden gynäkologisch abklären zu lassen. Und bevor man sich in den Dschungel der Nahrungsergänzungsmittel stürzt, sollte man unbedingt mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen. Man kann nie vorsichtig genug sein, wenn es um die eigene Gesundheit geht – vor allem, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
In einer Zeit, in der natürliche Heilmittel immer beliebter werden, stellt sich die Frage, wie effektiv diese Präparate tatsächlich sind. Der Markt ist überflutet mit Angeboten, doch nicht alles, was grün und pflanzlich ist, wirkt auch. Der persönliche Austausch mit erfahrenen Frauen, die ähnliche Beschwerden hatten, kann oft hilfreicher sein als jede Werbung. Es bleibt also spannend, wie sich die Forschung in diesem Bereich weiterentwickelt und ob wir in Zukunft vielleicht auch sicherere und wirksamere Produkte erwarten dürfen.
