Die Welt der pflanzlichen Arzneimittel ist im Wandel. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat sich entschlossen, bis Januar 2027 zu Wechselwirkungen pflanzlicher Präparate zu konsultieren. Das klingt erst einmal nach bürokratischer Langeweile, doch es könnte weitreichende Folgen für die Branche haben. Im Oktober 2026 wurde sogar die internationale Zusammenarbeit im Bereich traditioneller Arzneimittel verstärkt. Da wird’s spannend! Bei mehreren Fachkonferenzen haben Regulierungsbehörden und Fachverbände an der Verbesserung der evidenzbasierten Forschung gearbeitet. Das Ziel? Harmonisierung der Zulassungsverfahren und die Einführung verbindlicher Qualitätskriterien.

Man stelle sich vor, rund 100 Delegierte aus 17 Ländern treffen sich in Shanghai zur 16. Vollversammlung des technischen Komitees ISO/TC 249, um über Governance-Strukturen und Zukunftsstrategien zu diskutieren. Das ist kein kleiner Schabernack, denn bis jetzt wurden bereits 149 internationale Standards veröffentlicht – und 69 weitere sind in der Pipeline. Das Ganze hat das Potenzial, die Standards für traditionelle Medizin zu revolutionieren. Ein echter Fortschritt, könnte man sagen!

Die WHO und ihre Strategie für traditionelle Medizin

Ein weiteres wichtiges Element in diesem Zusammenspiel ist die Strategie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für traditionelle Medizin, die von 2025 bis 2034 reicht. Am 30. Oktober 2025 wurde sie verabschiedet, und sie sieht vor, die traditionelle Medizin in die Gesundheitssysteme zu integrieren. Das erfordert natürlich eine Menge wissenschaftlicher Evidenz, wie auch WHO-Regionaldirektor Saia Ma’u Piukala betont. Die WHO hat auch ein neues Arbeitspapier herausgebracht, das die Ausbildung in der Schröpftherapie analysiert. Hier wird ein echter Fokus auf Qualität und Sicherheit gelegt, was für viele Anwender und Patienten beruhigend ist.

Die AGTCM (Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle Chinesische Medizin) hat sich in diesem Zusammenhang ebenfalls zu Wort gemeldet. Sie hat auf ein Editorial im British Medical Journal reagiert, das die WHO-Kritik an der Komplementärmedizin behandelt. Es wird gefordert, dass Sicherheit und Wirksamkeit von Verfahren belegt sein müssen, bevor sie in die Gesundheitssysteme aufgenommen werden. Das Editorial verweist auf die Erfolge traditioneller Medizin wie Artemisinin, das aus traditionellen chinesischen Rezepturen stammt. Wenn man bedenkt, dass 25 bis 50 % der zugelassenen Arzneimittel auf Naturstoffen basieren, versteht man, warum die Diskussion um traditionelle Medizin so wichtig ist.

Der Weg zur Evidenzbasierung

Für einige Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin, wie Akupunktur, gibt es bereits belastbare Evidenz. Fachgesellschaften wie das American College of Physicians empfehlen diese Therapieform als wirksam. Das ist ein Lichtblick in der oft skeptischen Diskussion um alternative Heilmethoden. Allerdings zeigt die Metaanalyse zu dem TCM-Präparat Lianhua Qingwen, dass die Evidenzqualität zur Behandlung von Covid-19 eher niedrig bis moderat ist. Hier wird deutlich, dass nicht alle traditionellen Methoden gleich gut dokumentiert sind.

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Die WHO-Strategie 2025–2034 zielt darauf ab, die Integration traditioneller und komplementärer Medizin (TCIM) in Gesundheitssysteme zu optimieren. Die Leitprinzipien dieser Strategie umfassen die Stärkung der Evidenz, Gewährleistung von Sicherheit und Regulierung sowie die Verbesserung des sektorübergreifenden Wertes. Das klingt nach einem ambitionierten Plan, und man kann nur hoffen, dass er auch tatsächlich in die Tat umgesetzt wird.

Doch wie sieht es in der Praxis aus? In vielen ländlichen und unterversorgten Regionen ist traditionelle Medizin oft die einzige verfügbare Versorgungsform. Eine geregelte Integration könnte nicht nur Risiken reduzieren, sondern auch den Graumarkt eindämmen. Die AGTCM hat sich für eine evidenzgeleitete Auswahl von wirksamen Verfahren ausgesprochen, und das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber die Herausforderungen sind groß, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt.

Unterm Strich ist die Diskussion über pflanzliche Arzneimittel und traditionelle Medizin lebhaft und vielschichtig. Die Konsultation der EMA, die WHO-Strategie und die Reaktionen aus der Fachwelt zeigen, dass sich hier einiges tut. Man darf gespannt bleiben, wie die nächsten Schritte aussehen werden und welche neuen Erkenntnisse wir in den kommenden Jahren gewinnen können. Die Zukunft der traditionellen Medizin könnte heller sein, als es jetzt scheint!