Wechselwirkungen im Schatten der Naturheilkunde
Die Welt der pflanzlichen Arzneimittel hat in den letzten Jahren einen echten Boom erlebt. Besonders bei Senioren, die oft mit mehreren Medikamenten jonglieren müssen, ist die regelmäßige Überprüfung ihrer Medikation von entscheidender Bedeutung. Ärzte weisen immer wieder darauf hin, dass das Risiko von Wechselwirkungen zwischen verschreibungspflichtigen Medikamenten und unkontrollierten pflanzlichen Mitteln, wie etwa Johanniskraut, steigt. Es ist nicht nur die Anzahl der eingenommenen Medikamente, die Sorgen bereitet, sondern auch die Zunahme an neuen pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln auf dem deutschen Markt, die im Jahr 2025 über 30.000 neue Produkte zählte! Das ist eine Menge, oder? Vor dem Markteintritt muss lediglich ein Registereintrag vorgenommen werden – eine behördliche Prüfung? Fehlanzeige!
Die Verantwortung für eine sichere Einnahme liegt aktuell stark bei den Patienten und ihren behandelnden Ärzten. Es ist also an der Zeit, dass wir uns bewusst werden, welche Mittel wir einnehmen und diese auch mit unseren Gesundheitsfachleuten besprechen. Wenn wir schon über Johanniskraut sprechen, sollte erwähnt werden, dass es mit vielen Medikamenten interagieren kann und deren Wirkstoffspiegel verändern kann. Das betrifft nicht nur Senioren, sondern auch Schwangere, Kinder und chronisch Kranke, die besonders anfällig für unerwünschte Wechselwirkungen sind.
Wechselwirkungen im Fokus
Nahrungsergänzungsmittel sind zwar oft als harmlos bekannt, doch sie können die Wirkung von Arzneimitteln verstärken oder verringern. Daher ist es enorm wichtig, dass Ärzt:innen über alle verwendeten Produkte informiert sind. Wer sich überlegt, neue Mittel zu kaufen, sollte sich immer zuerst einen Rat bei seinem Arzt oder in der Apotheke einholen. Ein bisschen klüger sein schadet nie, oder? Und falls es doch zu unerwarteten negativen Wirkungen kommt – melden! Sowohl an die zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde als auch an den Hersteller.
Wechselwirkungen sind nicht nur auf Medikamente beschränkt. Auch zwischen Lebensmitteln und Arzneimitteln können sie auftreten. Das klingt vielleicht nicht dramatisch, ist es aber! Medikamente sollten idealerweise nur mit Wasser eingenommen werden – Säfte, Tee oder Kaffee können manchmal eine echte Falle sein! Und dass hochdosierte Nährstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln auch Wechselwirkungen verursachen können, ist ein weiterer Punkt, den man auf dem Schirm haben sollte. Ein Beispiel gefällig? Biotin kann Labortests verfälschen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs!
Die Verantwortung liegt bei uns
Die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln sind nicht verpflichtet, über Wechselwirkungen zu informieren. Das bedeutet, dass wir selbst die Verantwortung übernehmen müssen. Arzneimittel müssen zwar auf Beipackzetteln über Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen informieren, aber das gilt nicht für alle pflanzlichen Produkte. Hier bleibt viel Raum für Verbesserungen. Besonders in der Europäischen Union gibt es Länder wie die Schweiz oder Frankreich, die strengere Dokumentationspflichten für pflanzliche Arzneimittel haben.
Angesichts dieser Fakten lohnt es sich, einmal über die eigene Einnahme nachzudenken. Die „Persönliche Gesundheitsapotheke“ kann eine nützliche Methode sein, um alle eingenommenen Produkte zu dokumentieren. Das gibt nicht nur einen besseren Überblick, sondern hilft auch, bei Arztbesuchen gezielt nachzufragen. Ein bisschen mehr Achtsamkeit und Information können oft schon einen großen Unterschied machen.
