Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine turbulente Zeit. Plötzlich wird alles anders: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen – die Liste der Beschwerden ist lang und oft belastend. In dieser Phase suchen viele Frauen nach Linderung und greifen häufig zu pflanzlichen Mitteln. Doch wie sicher sind diese eigentlich? Ein kürzlich veröffentlichter Öko-Test hat nun alle 17 getesteten Nahrungsergänzungsmittel gegen Wechseljahresbeschwerden unter die Lupe genommen und gibt Anlass zur Sorge.

Die Wissenschaftler, Mediziner und Verbraucherschützer haben in einem Schreiben an zwei Bundesministerien vor erheblichen Risiken gewarnt, die mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln verbunden sind. Besonders kritisch wird die Tatsache gesehen, dass die Hersteller ihre Produkte nur beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit registrieren müssen, ohne dass es eine präventive staatliche Prüfung der Sicherheit oder Inhaltsstoffe gibt. Das Ergebnis von Öko-Test: Keines der getesteten Nahrungsergänzungsmittel erhielt besser als die Note „mangelhaft“, und 15 Präparate hatten fehlende Warnhinweise. Das wirft Fragen auf, besonders wenn man bedenkt, dass im Jahr 2025 über 30.000 Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland angemeldet wurden.

Die Rolle der Phytotherapie

In der Phytotherapie, einer der ältesten Heilmethoden, setzen viele Frauen auf Heilpflanzen zur Linderung ihrer Beschwerden. Klassiker wie Mönchspfeffer zur Zyklusregulation oder Schafgarbe und Salbei bei Hitzewallungen sind weit verbreitet. Aber aufgepasst! Pflanzliche Arzneimittel sind nicht immer so sanft, wie man denkt. Viele enthalten starke oder sogar giftige Wirkstoffe. Die Qualität und Sicherheit von Phytopharmaka ist durch das Arzneimittelgesetz (AMG) geregelt, während Nahrungsergänzungsmittel oft unzureichend kontrolliert werden und deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden muss.

Phytoöstrogene, natürliche Pflanzenstoffe mit östrogenähnlicher Wirkung, könnten helfen, die Symptome in den Griff zu bekommen. Sie finden sich in einer Vielzahl von Pflanzen, wie Traubensilberkerze, Rotklee und sogar in Lebensmitteln wie Soja, Leinsamen und Hülsenfrüchten. Doch Vorsicht: Ihre Wirkung ist nicht mit der von synthetischen Hormonen zu vergleichen, und hohe Dosen können gesundheitliche Risiken bergen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt ausdrücklich vor den Gefahren hochdosierter Isoflavonpräparate, besonders bei hormonabhängigen Erkrankungen.

Die Unsicherheiten der Nahrungsergänzungsmittel

Die Ergebnisse zu Isoflavonen sind uneinheitlich, was zu Verboten bestimmter Werbeaussagen führt. Verbraucherzentralen raten von der unkritischen Einnahme hochdosierter Präparate ab, da der Nutzen nicht ausreichend belegt ist. Das macht es für Frauen in den Wechseljahren nicht einfacher, sich im Dschungel der Angebote zurechtzufinden. Außerdem warnen Experten vor illegalen Substanzen und unbelegten Heilversprechen, die es auf dem Markt gibt. Es gibt Berichte, dass Frauen mit Brustkrebs Isoflavonpräparate meiden sollten, was die Situation zusätzlich kompliziert.

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Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung könnte ausreichen, um den Körper mit genügend Phytoöstrogenen zu versorgen, ohne dass Nahrungsergänzungsmittel notwendig sind. Schließlich ist die Wechseljahre ein natürlicher Lebensabschnitt, der mit einer Umstellung der Sexualhormone einhergeht – meist zwischen 40 und 55 Jahren. Ein Gespräch mit einem Arzt vor der Einnahme von pflanzlichen Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln ist deshalb ratsam, insbesondere bei Vorerkrankungen. Die Suche nach der richtigen Unterstützung kann herausfordernd sein, aber mit den richtigen Informationen und einer gesunden Lebensweise lässt sich die Zeit der Veränderung vielleicht etwas leichter bewältigen.