Wechseljahre im Fokus: Die Wahrheit über Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel
Heute ist der 13.10.2026 und wir tauchen ein in die Welt der Wechseljahre – ein Thema, das für viele Frauen von Bedeutung ist. Die Beschwerden, die in dieser Lebensphase auftreten, sind alles andere als angenehm. Schweißausbrüche, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen können das Leben ganz schön durcheinanderwirbeln. Aber was tun, wenn man sich in dieser Zeit nicht wohlfühlt? Viele Frauen greifen zu rezeptfreien Arznei- oder Nahrungsergänzungsmitteln, in der Hoffnung, Linderung zu finden. Doch was sagt die aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test dazu?
Öko-Test hat insgesamt 23 Produkte unter die Lupe genommen, darunter 17 Nahrungsergänzungsmittel und 6 apothekenpflichtige pflanzliche Arzneimittel. Das Ergebnis? Alle 17 getesteten Nahrungsergänzungsmittel fielen durch und erhielten schlechte Noten – von mangelhaft bis ungenügend. Bei den pflanzlichen Arzneimitteln schnitten immerhin drei mit einer guten Bewertung ab. Doch auch hier gab es kritische Mängel, die nicht ignoriert werden sollten. Unsaubere Kennzeichnungen, fragwürdige Inhaltsstoffe und unzureichende Wirksamkeitsbelege werfen Fragen auf.
Die Schattenseiten der Nahrungsergänzungsmittel
So zählte man unter den bemängelten Hilfsstoffen Talkum, das von der ECHA als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird, und Titandioxid, das seit 2022 in der EU als Lebensmittelzusatz verboten ist. Dies klingt alles andere als beruhigend! Dazu kommen Unstimmigkeiten bei den Dosierungen, denn oft überschreiten die Präparate die Höchstmengenempfehlungen des BfR. Besonders brisant ist die Tatsache, dass in 15 der 17 getesteten Nahrungsergänzungsmittel wichtige Warnhinweise fehlen, die von der EFSA oder dem BfR gefordert werden. Und das ist nicht alles – Professor Manfred Schubert-Zsilavecz warnt, dass die Kombination mehrerer pflanzlicher Extrakte auch erhebliche Interaktionsrisiken birgt.
Die Nachfrage nach diesen Produkten ist enorm: Rund 80% der befragten Frauen geben an, regelmäßig solche Mittel zu nutzen. Erstaunlicherweise glauben 20% der Befragten, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln Teil einer gesunden Ernährung sei. Doch hier ist Vorsicht geboten! Die Hersteller tragen allein die Verantwortung für die Qualität ihrer Produkte, und viele befragte Unternehmen reagierten nicht einmal auf die Anfragen von Öko-Test. Das wirft ein Licht auf die mangelnde Transparenz und die Notwendigkeit strengerer Marktüberwachungen, wie sie auch der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert.
Pflanzliche Arzneimittel im Fokus
Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel bei Hitzewallungen gut belegt ist. Produkte wie Dr. Böhm Traubensilberkerze konnten mit einer Gesamtnote „gut“ überzeugen, während Femiloges mit „befriedigend“ abschloss. Dennoch bleibt es ein Wermutstropfen, dass viele der Zulassungsstudien nicht den aktuellen wissenschaftlichen Standards entsprechen. Immerhin haben mehr als die Hälfte der Frauen in und nach den Wechseljahren mit Bluthochdruck zu kämpfen, was auf einen sinkenden Östrogenspiegel zurückzuführen ist.
Für die Linderung von Wechseljahresbeschwerden empfehlen Experten eine tägliche Dosierung von mindestens 30 mg Isoflavonen. Doch viele Produkte geben diesen Gehalt gar nicht an oder enthalten weniger als die erforderliche Menge – ein klarer Grund für eine Abwertung. Die Preise für pflanzliche Arzneimittel bewegen sich zwischen 35 Cent und 1,52 Euro, während Nahrungsergänzungsmittel zwischen 12 Cent und 1,20 Euro kosten. Wer auf der Suche nach einer Lösung ist, sollte also genau hinsehen und sich nicht von verlockenden Versprechen blenden lassen.
Rund neun Millionen Frauen in Deutschland sind von Wechseljahresbeschwerden betroffen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns mit den aktuellen Ergebnissen von Öko-Test auseinandersetzen und uns Gedanken über die Qualität der Produkte machen, die wir einnehmen. Schließlich geht es um mehr als nur um eine schnelle Lösung – es geht um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. So bleibt die Frage, wie wir uns in dieser Zeit am besten unterstützen können, ohne aufs Glatteis geführt zu werden.
