Heute ist der 29.10.2026, und während die Blätter draußen in bunten Farben leuchten, dreht sich alles um ein Thema, das uns in der kalten Jahreszeit besonders beschäftigt: die Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C und Zink. Wenn man sich die Regale in den Drogerien anschaut, hat man fast das Gefühl, man könnte mit einem kleinen Schluck oder einer Tablette die Erkältung einfach im Keim ersticken. Aber wie sinnvoll sind diese Produkte wirklich? Öko-Test hat 21 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel unter die Lupe genommen, und die Ergebnisse sind ernüchternd.

Von den getesteten Produkten haben 16 das Testurteil nicht bestanden – das ist ein echter Knaller! Warum? Nun, die Hauptkritikpunkte sind Überdosierungen und unerwünschte Zusatzstoffe, die nicht nur unnötig, sondern auch potentiell schädlich sind. Einige Präparate enthalten bis zu 1.000 mg Vitamin C, während die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bei 250 mg pro Tag liegt. Und Zink? Hier wurden bis zu 15 mg pro Tag gefunden, während die BfR-Empfehlung bei 6,5 mg liegt. Das ist schon eine Hausnummer.

Die kritischen Inhaltsstoffe

Besonders ins Auge stechen die unerwünschten Zusatzstoffe, die in vielen dieser Produkte stecken. Talkum, das als problematisch gilt und möglicherweise krebserregend ist, findet sich in gleich fünf der getesteten Präparate. Auch künstliche Phosphate, Polysorbat 80 und Carboxymethylcellulose sind keine Seltenheit. Darüber hinaus fehlen oft Warnhinweise auf den Verpackungen, die auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln hinweisen sollten. Das ist alles andere als beruhigend, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf die Sicherheit und Wirksamkeit vertrauen.

Eine weitere interessante Erkenntnis der Studie ist, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) darauf hinweist, dass ein Vitamin-C-Mangel in Deutschland praktisch nicht mehr vorkommt. Das heißt, mit einer halben roten Paprika oder einem kleinen Glas Orangensaft kann man bereits den Tagesbedarf an Vitamin C decken. Zink hingegen kann in einer rein pflanzlichen Ernährung etwas schwieriger zu finden sein, was vielleicht der Grund ist, warum viele Menschen zu diesen Präparaten greifen. Aber auch hier gibt es eine Warnung: Zu viel Zink kann zu Kupfermangel führen, und die EFSA warnt vor chronisch hohem Zink-Konsum, der neurologische Erkrankungen nach sich ziehen kann.

Das Immunsystem und die Werbung

Die Werbeversprechen auf den Verpackungen sind oft übertrieben, da sie suggerieren, dass diese Produkte einen direkten Schutz vor Erkältungen bieten. Doch die Realität sieht anders aus. Eine Cochrane-Analyse hat gezeigt, dass Vitamin C Erkältungen nicht verhindert, und während Zink bestehende Infekte möglicherweise um ein paar Tage verkürzen kann, geschieht dies mit einer eher geringen Evidenz und häufigen Nebenwirkungen. Die Werbung mit krankheitsbezogenen Angaben für Lebensmittel ist grundsätzlich verboten, aber es gibt zulässige gesundheitsbezogene Aussagen, die die Unterstützung von Körperfunktionen beschreiben.

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In der kalten Jahreszeit, wenn die Nase läuft und das Licht der Sonne rar wird, ist es wichtig, sich gut um die eigene Gesundheit zu kümmern. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und viel Flüssigkeit sind nach wie vor die besten Mittel zur Vorbeugung von Erkältungen. Und bevor man zu den bunten Pillen greift, sollte man vielleicht lieber einen Blick auf die eigene Ernährung werfen und die natürliche Kraft der Lebensmittel nutzen. Letztlich ist es der gesunde Menschenverstand, der uns zeigt, dass die Natur oft die besten Lösungen bereithält.