Heute ist der 24.10.2026 und ich sitze hier, um über etwas zu berichten, das in unserer Gesellschaft immer wichtiger wird – die seelische Gesundheit. Ein Themenfeld, das oft im Schatten steht, aber gerade jetzt, wo immer mehr Menschen mit psychischen Problemen kämpfen, mehr Beachtung finden sollte. In Salzwedel fand kürzlich ein bemerkenswerter Aktionstag zur seelischen Gesundheit im Jahn-Gymnasium statt, und das Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt“ könnte nicht passender sein. Über 30 Aussteller präsentierten ihre Hilfs- und Beratungsangebote, die sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte richteten. Da waren Selbsthilfegruppen, Opferberatungen, verschiedene Einrichtungen und Beratungsstellen, die alle zusammenkamen, um den Menschen neue Wege aufzuzeigen.

Diese Veranstaltung war Teil der „Woche der seelischen Gesundheit“, die vom 10. bis 20. Oktober 2026 im Landkreis Schmalkalden-Meiningen stattfand. Ein Ziel, das sich die Organisatoren gesetzt haben, ist der Abbau von Berührungsängsten und die Förderung von Begegnungen. Es geht darum, über psychische Gesundheit und Erkrankungen zu sprechen, Aufklärung zu leisten und die Vielzahl an Unterstützungsangeboten zu präsentieren. Die Zielgruppe? Menschen mit psychischen Erkrankungen, deren Angehörige und interessierte Menschen aller Generationen. Die Auftaktveranstaltung fand am 10. Oktober in der Heinrich-Heine-Bibliothek in Schmalkalden statt. Dort ging es um den Umgang mit Social Media und wie wir junge Menschen in dieser digitalen Welt schützen können. Ein wichtiges Thema für Erwachsene, Pädagogen und Jugendliche – und die Referentin Frances Engel lieferte sicher spannende Einblicke.

Vielfältiges Programm zur Förderung der seelischen Gesundheit

Das Programm über die Woche hinweg war vielfältig und interessant. Am 12. Oktober fanden verschiedene Selbsthilfegruppen statt, unter anderem für Angehörige von Suizidbetroffenen und eine Selbsthilfegruppe, die sich mit der digitalen Sucht auseinandersetzte. Solche Angebote sind goldwert, denn sie bieten Raum für Erfahrungsaustausch und Verständnis. Aber auch offene Beratungsangebote waren in der Woche zu finden, unter anderem am 13. Oktober in der Volkshochschule – eine Gelegenheit für alle, die einfach mal Fragen stellen wollten. Und das Beste daran? Manche dieser Angebote erforderten keine Anmeldung, was den Zugang erleichtert.

Selbsthilfegruppen spielen eine zentrale Rolle, vor allem in Zeiten, in denen psychische Erkrankungen in der Gesellschaft zunehmen. Laut der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung leidet mindestens jeder vierte Erwachsene in Deutschland innerhalb eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Die COVID-19-Pandemie hat die emotionalen und psychosozialen Belastungen noch verstärkt. Es ist zu beobachten, dass die Nachfrage nach Selbsthilfekontaktstellen in Deutschland stetig steigt. Jährlich gibt es mindestens 75.000 Anfragen zu psychischen Problemen. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass solche Veranstaltungen stattfinden und dass Menschen die Möglichkeit haben, sich auszutauschen.

Ein Lichtblick für Betroffene

Die häufigsten Diagnosen, die in diesen Kontexten genannt werden, sind Depressionen, Burn-out, Ängste und Panikstörungen. Es ist nicht nur eine Frage der Informationen, sondern auch der individuellen Unterstützung. Selbsthilfegruppen sind kein Therapieersatz, aber sie können eine wertvolle Ergänzung sein. Oft haben die Menschen hohe Erwartungen und diffuse Probleme, manchmal ganz ohne ärztliche Diagnose. Anfragen bei Selbsthilfekontaktstellen sind oft von einer gewissen Unsicherheit geprägt. Fragen wie: Was erwarte ich von der Gruppe? Welchen konkreten Hilfebedarf habe ich? Wo stehe ich gesundheitlich? Diese Fragen sind wichtig, um den richtigen Weg zu finden.

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Die Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfekontaktstellen und psychotherapeutischer Versorgung wird immer bedeutender. Die Psychotherapie-Richtlinie von 2017 empfiehlt, Betroffene an Selbsthilfegruppen zu verweisen und die Therapeut*innen in eine Lotsenfunktion zu bringen. Es ist klar, dass sich etwas ändern muss, und Veranstaltungen wie die Woche der seelischen Gesundheit tragen ihren Teil dazu bei. Es ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance, die wir nutzen sollten.