Heute ist der 26.10.2026, und die Welt der traditionellen, komplementären und integrativen Medizin (TCIM) steht vor einem spannenden Umbruch. Am 23. Oktober 2026 hat die WHO eine neue Reihe von Arbeitspapieren ins Leben gerufen, die sich mit der Schröpftherapie auseinandersetzt. Besonders spannend ist die erste Veröffentlichung, die den Titel „Cupping therapy: descriptive synthesis of training“ trägt. Hier wird ein genauer Blick auf die Ausbildungswege, Curricula und die Kompetenzanforderungen geworfen – ein Thema, das für Therapeuten und Ausbilder in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) von besonderem Interesse ist.

Das Papier ist mehr als nur ein trockener Bericht; es ist eine deskriptive wissenschaftliche Bestandsaufnahme, die auf einem systematischen Scoping-Review basiert. Doch das Dokument gibt keine verbindlichen Trainingsstandards vor oder bietet allgemeine Empfehlungen zur Schröpftherapie an. Vielmehr richtet es sich an politische Entscheidungsträger, Gesundheitsbehörden und medizinisches Personal, die Interesse an einer fundierten Ausbildung haben. Ein wichtiges Ziel ist es, die Qualität der Ausbildung zu verbessern und damit auch die Wirksamkeit der Therapie zu steigern – eine Herkulesaufgabe, wenn man bedenkt, dass die Evidenzbasis für klinische TCM-Studien oft schwach ist.

Die Herausforderungen der Evidenzbewertung

Wer sich mit der TCM beschäftigt, stößt immer wieder auf die Herausforderung, hochwertige Beweise für die Wirksamkeit zu finden. Die Wirkstoffe der TCM-Kräuter sind oft nicht klar identifiziert oder gereinigt, was die Dosisbestimmung zu einem schier unmöglichen Unterfangen macht. So können die Dosen je nach Quelle stark variieren. Das ist frustrierend, denn wer möchte schon auf eine Therapie setzen, die nicht nachvollziehbar ist?

Eine aktuelle Metaanalyse aus dem Jahr 2024 hat 22 randomisierte Studien unter die Lupe genommen und kam zu dem Ergebnis, dass diese ein hohes Biasrisiko aufweisen und die Evidenzqualität als sehr gering eingestuft wird. Das ist ein Dämpfer für jeden, der an die heilende Kraft der TCM glaubt. Und erst die methodischen Mängel! Unzureichende Angaben zur Randomisierung, schwer umsetzbare Verblindungen und kleine Stichprobengrößen – das sind alles Stolpersteine, die nicht ignoriert werden können. Auf dem akademischen Symposium der Zhejiang Gesellschaft für Chinesische Medizin wurde daher auch über methodische Weiterentwicklungen in der TCM-Forschung diskutiert.

Schröpftherapie und ihre Ausbildung

Die WHO-Initiative kommt nicht von ungefähr. Sie ist Teil einer breiteren Strategie, die von 2025 bis 2034 reicht und die TCM in den Fokus rückt. Besonders die Schröpftherapie, die ein essenzieller Bestandteil der TCM ist, wird als vielversprechend angesehen. Doch ohne hochwertige Ausbildung und fundierte Kenntnisse in Diagnostik und Therapie kann das nichts werden. Die Ausbildung in TCM umfasst nicht nur die Grundlagen der Schröpftherapie, sondern auch die Puls- und Zungendiagnose, Schmerztherapie, Pädiatrie und vieles mehr. Es sind sage und schreibe 700 Unterrichtsstunden notwendig, um die notwendige Kompetenz zu erlangen!

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Das ist der Schlüssel: Die Kombination aus Theorie und praktischer Anwendung ist entscheidend. Dabei geht es nicht nur um die reinen Fakten, sondern auch um die Fähigkeit, die unterschiedlichen Krankheitsmuster zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Wenn man bedenkt, dass Akupunktur als Teilgebiet der TCM immer mehr an Akzeptanz im Westen gewinnt, ist das ein Schritt in die richtige Richtung.

Doch auch hier bleibt es spannend: Die Evidenzbasis für die Wirksamkeit der TCM ist noch unvollständig. Systematische Übersichten und Metaanalysen zeigen zwar Hinweise auf die Wirksamkeit – vor allem bei Symptomen des Tourette-Syndroms, chronischen Nierenerkrankungen und sogar bei der Behandlung von COVID-19. Aber die Einschränkungen der Studien betonen die Notwendigkeit, weiter nachzuschärfen und mehr methodisch strenge Untersuchungen durchzuführen.

In dieser aufregenden Zeit, in der die TCM sowohl in der traditionellen als auch in der modernen Medizin an Bedeutung gewinnt, bleibt uns nur zu hoffen, dass die Herausforderungen bei der Evidenzbewertung bald überwunden werden. Denn die Vielfalt und die Möglichkeiten, die in der TCM stecken, könnten der Schlüssel zu vielen ungelösten Gesundheitsproblemen sein.