Heute ist der 6.10.2026, und wir tauchen ein in die bunte Welt der Nahrungsergänzungsmittel. Man könnte meinen, in jedem zweiten Küchenschrank in Deutschland versteckt sich eine kleine Apotheke – schließlich nimmt rund ein Drittel der Erwachsenen hierzulande regelmäßig solche Produkte ein. Von Vitaminen über Mineralstoffe bis hin zu allerlei anderen Präparaten, die Regale sind voll. Doch ist das alles wirklich so sinnvoll? Ehrlich gesagt, nicht jedes Supplement ist unbedenklich oder sorgt für das gewünschte Wohlbefinden.

Besonders spannend ist das Thema Vitamin C. Viele glauben, es schützt vor Erkältungen, doch das ist ein Mythos. Es kann lediglich die Dauer und Schwere einer Erkältung leicht beeinflussen. Damit kommen wir auch zu einem wichtigen Punkt: Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich als Lebensmittel klassifiziert, nicht als Arzneimittel. Das bedeutet, sie dürfen keine Krankheiten behandeln oder heilen. Die Werbung kann zwar verlockend sein, muss jedoch den strengen Vorgaben der europäischen Health-Claims-Verordnung standhalten. Werbung für Nahrungsergänzungsmittel darf nicht irreführend oder angstverbreitend sein – und das ist oft leichter gesagt als getan.

Die Verantwortung liegt beim Hersteller

Die Verantwortung für die Sicherheit der Produkte liegt beim Hersteller. Der muss seine Produkte zwar beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) anzeigen, doch das BVL prüft lediglich die Vollständigkeit dieser Anzeige, nicht den Inhalt. Wer hätte gedacht, dass das so einfach ist? Hoch dosierte Präparate oder Kombinationen mehrerer Produkte können schnell zur Überdosierung führen – und das ist kein Spaß. Besonders bei fettlöslichen Vitaminen sollte man vorsichtig sein.

Wenn man mal genauer hinschaut, gibt es nicht für alle Vitamine und Mineralstoffe gesetzlich festgelegte Höchstmengen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat zwar einige Empfehlungen entwickelt, aber letztlich bleibt es an uns, achtsam zu sein. Wechselwirkungen mit Arzneimitteln sind ebenfalls möglich, und viele gesunde Menschen könnten sich fragen, ob Nahrungsergänzungsmittel für sie überhaupt nötig sind. Für die Mehrheit der Bevölkerung sind sie eher überflüssig – es sei denn, man hat spezielle Lebensumstände, etwa während einer Schwangerschaft oder bei einer veganen Ernährung, wo eine Supplementierung durchaus sinnvoll sein kann.

Gesundheitsversprechen und ihre Grenzen

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Gesundheitsversprechen der Hersteller. Viele Aussagen sind leider nicht zulässig, und das ist gut so. Erlaubt sind nur gesundheitsbezogene Angaben, die sich auf normale Körperfunktionen beziehen, während krankheitsbezogene Aussagen tabu sind. Es gibt strenge Regeln, die sicherstellen sollen, dass Verbraucher nicht durch leere Versprechungen in die Irre geführt werden. Wenn man bedenkt, dass Werbung mit nicht wissenschaftlich bewiesenen Wirkungen verboten ist, ist das durchaus beruhigend.

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Interessanterweise sind viele Verbraucher bereit, höhere Preise für Produkte zu zahlen, die mit besonderen Nährwerten oder Gesundheitsbenefits beworben werden. Doch hier ist Vorsicht geboten: Die EU-Verordnung 1924/2006 regelt die Verwendung dieser Angaben und soll Irreführung und Täuschung verhindern. Das bedeutet, dass Aussagen, die einen Zusammenhang zwischen dem Produkt und der Gesundheit herstellen, wahr und wissenschaftlich fundiert sein müssen. Wenn man sich also das nächste Mal ein Nahrungsergänzungsmittel kauft, sollte man die Etiketten genau studieren und die Werbeslogans kritisch hinterfragen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet übrigens einen Online-Check an, um die Notwendigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln zu bewerten. Wer sich unsicher ist, kann dort nachlesen und sich beraten lassen. Ein kluger Schritt, wenn man bedenkt, wie viele Produkte es auf dem Markt gibt und wie unterschiedlich die Bedürfnisse der Menschen sind.