Kollagen unter der Lupe: Wundermittel oder teure Illusion?
Wenn es um straffe Haut und weniger Falten geht, hat man vielleicht schon von Kollagenpulver und -drinks gehört. In der Werbung wird das Ganze als wahres Wundermittel angepriesen. Doch jetzt zeigt eine neue Prüfung von zwei Metaanalysen, dass das Ganze gar nicht so klar ist, wie man vielleicht denken könnte. Biostatistiker David Robert Grimes und Dermatologin Anjali Mahto haben sich mit diesen Produkten beschäftigt und am 28. September 2026 im Journal of Cosmetic Dermatology die Ergebnisse veröffentlicht. Und was sie herausfanden, ist mehr als nur interessant!
Kollagen ist schließlich ein körpereigenes Strukturprotein, das der Haut Festigkeit und Elastizität verleiht. Mit dem Alter sinkt die Kollagenproduktion, was oft zu dünnerer Haut und Falten führt. Die Werbung für Kollagenpräparate suggeriert, dass man das verlorene Kollagen einfach durch ein Pulver oder ein Getränk ersetzen kann. Aber halt! Die Überprüfung der Metaanalysen aus 2021 und 2023 zeigt, dass es keine gesicherten Zusammenhänge zwischen der Einnahme von Kollagen und tatsächlichen Hautverbesserungen gibt. Es gab zwar positive Berichte in diesen Studien – in der älteren Metaanalyse waren 19 Studien mit 1.125 Teilnehmenden und in der neueren sogar 26 Studien mit 1.721 Teilnehmenden enthalten –, doch Grimes und Mahto beanstanden gravierende Fehler in der Datenübernahme, die die Ergebnisse verwässern. Da fragt man sich doch: Was soll man davon halten?
Die Problematik der Kollagenstudien
Die Tagesmengen, die in den Studien verwendet wurden, schwankten erheblich – von 0,3 bis 10 Gramm. Und eine Metaregression konnte keinen gesicherten Zusammenhang zwischen der Dosis von Kollagen und der Hautfeuchtigkeit oder Elastizität feststellen. Das wirft die Frage auf, ob Kollagen unter bestimmten Bedingungen vielleicht doch wirksam sein könnte. Die Studien, die zusätzlich andere Inhaltsstoffe untersuchten, machen es schwierig, die Effekte eindeutig dem Kollagen zuzuordnen. Eine weitere Metaanalyse von 2025 fand zwar positive Ergebnisse, doch auch hier gab es keine statistisch gesicherten Vorteile in hochwertigen Studien, die nicht von Unternehmen finanziert wurden. Und so bleibt die praktische Bedeutung der gemessenen Verbesserungen unklar.
Die Verbraucherzentralen warnen ebenfalls vor den Werbeaussagen, die suggerieren, dass Kollagen die Haut von innen heraus pflegt und Alterserscheinungen aufhält. Tatsächlich sind diese Aussagen für Nahrungsergänzungsmittel verboten. Und das aus gutem Grund: Es gibt einfach keine aussagekräftigen Belege dafür. Ein gesunder Lebensstil – viel Obst und Gemüse, ausreichend Flüssigkeit und der Verzicht auf Nikotin – sind weitaus effektivere Mittel gegen die Hautalterung. Und ja, auch regelmäßiger Sonnenschutz ist ein Muss!
Kollagen: Eine Frage der Quelle
Was viele nicht wissen: Das Kollagen in diesen Nahrungsergänzungsmitteln stammt meist aus tierischen Schlachtabfällen. Veganes oder pflanzliches Kollagen existiert nicht wirklich; es handelt sich lediglich um Aminosäure-Gemische. Der Körper kann die für die Kollagenbildung benötigten Aminosäuren selbst herstellen, wenn er gut versorgt wird. Die EU hat zudem gesundheitsbezogene Angaben über Kollagen aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Beweise abgelehnt. Da stellt sich die Frage: Warum investieren so viele in teure Schönheitsdrinks, wenn es doch einfache und natürliche Alternativen gibt?
Zudem hat Stiftung Warentest 2022 15 Schönheitsdrinks untersucht und kam zu dem Schluss: teuer und überflüssig! Es gibt keinen Nachweis, dass das zugeführte Kollagen jemals in die Hautzellen transportiert wird und dort wirkt. Das lässt einen doch etwas skeptisch zurück, oder? Und auch wenn Kollagen-Präparate nicht schädlich sind, können sie allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten hervorrufen.
Gesunde Alternativen zur Hautpflege
Es gibt weitaus bessere Möglichkeiten, die Haut zu unterstützen: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, kann wahre Wunder wirken. Biotin aus Eiern, Mangan aus Hülsenfrüchten – all diese Nährstoffe sind wichtig für die Hautgesundheit. Und wie wäre es mit einem gesunden Lebensstil? Genügend Schlaf, Bewegung im Freien und nicht zuletzt eine bunte Ernährung sind die besten Freunde der Haut. Und wenn wir schon beim Thema sind: Die Hautpflegeprodukte, die sich bewährt haben, enthalten oft Retinol oder Vitamin C. In Kombination mit einem guten Sonnenschutz können sie wahre Wunder wirken.
Das Fazit? Wenn es um die Hautalterung geht, sollten wir uns vielleicht nicht ausschließlich auf Kollagenpräparate verlassen. Stattdessen können wir auf eine abwechslungsreiche Ernährung und gesunde Lebensgewohnheiten setzen, um unserer Haut das Beste zu geben. Und das ganz ohne teure Ergänzungsmittel!
