Knieschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, besonders unter Kletterinnen und Kletterern. Wenn du schon mal beim Bouldern intensive Knie-Hooks ausprobiert hast, weißt du, wovon ich rede. Klaus Isele, ein erfahrener Physiotherapeut und Osteopath, hat das Phänomen des „Hooker-Knies“ beschrieben. Das sind die typischen Schmerzen, die sich im hinteren Bereich der Kniekehle bemerkbar machen und bis in den Oberschenkel ziehen können. Das kann echt unangenehm sein!

Die Ursachen sind oft ganz unterschiedlich. Häufig sind es Verdrehungen des Knies unter Last oder maximale Rotationen, insbesondere die Außenrotation, die zu den Schmerzen führen. Besonders betroffen ist der Musculus biceps femoris, der die Außenrotation des Unterschenkels unterstützt. Doch auch andere Muskeln der ischiocruralen Muskelgruppe sowie der M. popliteus können beteiligt sein. Wenn du bemerkst, dass dein Gangbild sich verändert oder du Schmerzen bei Rotationen hast, dann ist das ein Zeichen, dass dein Knie etwas Zuneigung braucht. Und wenn du sogar auf ernsthafte Symptome wie Einknicken oder starke Schwellungen stößt, dann ab zum Arzt!

Erste Hilfe und Langzeitbehandlung

Wenn du dir beim Klettern etwas zugezogen hast, sind die ersten 48 Stunden entscheidend. Die gute alte PECH-Regel – Pause, Eis, Compression, Hochlagern – kann hier Wunder wirken. Langfristig solltest du auf Dehnen, Massagen und Achtsamkeit beim Gangbild achten. Auch Lymphdrainage kann helfen, Schwellungen zu reduzieren. Klaus Isele, der über ein Jahrzehnt Erfahrung mit dem österreichischen Kletter-Nationalteam hat, empfiehlt diese Maßnahmen, um wieder fit für die nächste Route zu werden.

Aber es gibt noch weitere Verletzungen, die beim Klettern auftreten können. Ein Außenbandriss im Knie betrifft häufig das Ligamentum collaterale laterale (LCL). Das verläuft an der Außenseite des Knies und kann als Begleitverletzung bei anderen Knieverletzungen auftreten. Wusstest du, dass etwa 16 % der vorderen Kreuzbandrisse mit einer Verletzung des Außenbandes verbunden sind? Das Innenband hingegen reißt wesentlich häufiger, im Verhältnis 16:1. Ein Außenband reißt also seltener, ist aber oft nicht weniger schmerzhaft!

Die Behandlung von Bänderrissen

Bei einem Bänderriss im Knie ist das Ziel ganz klar: Stabilität und Funktion des Knies wiederherstellen. Erste Hilfe besteht oft aus entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen, einer Kompressionsbandage zur Schwellungsreduktion und ruhiger Haltung des Knies. Krücken können in den ersten Tagen nach einer Verletzung eine große Hilfe sein, um das Knie nicht zusätzlich zu belasten.

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Die Behandlung hängt stark vom Schweregrad der Verletzung ab. Manchmal ist eine konservative Behandlung möglich, manchmal ist eine Operation notwendig. Vor allem bei ausgeprägter Instabilität wird der Chirurg aktiv. Nach der Operation ist Physiotherapie ein Muss! Damit wird die Stabilität und Beweglichkeit des Knies verbessert und du kannst schneller wieder in deine geliebte Kletterwand zurückkehren.

Die Heilungsdauer ist dabei ganz unterschiedlich. Nach einer Operation kann es sechs bis zwölf Monate dauern, bis du wieder ganz normal belasten kannst. Ohne Operation kann die Heilungszeit von wenigen Wochen bis zu neun Monaten variieren. Aber denk daran, die Zeit der Heilung gut zu nutzen – das ist die perfekte Gelegenheit, um an deiner Technik zu feilen oder neue Klettertechniken zu lernen!