Haare in Gefahr: Nährstoffe oder Nahrungsergänzungsmittel?
Heute ist der 23.09.2026, und während ich hier sitze, um über ein Thema zu schreiben, das viele von uns betrifft, kommt mir der Duft von frisch gebackenem Brot in die Nase. Es ist ein ganz normaler Tag, aber das Thema, das ich heute ansprechen möchte, ist alles andere als gewöhnlich. Es dreht sich um die Haargesundheit und die Rolle von Nährstoffen – ein Thema, das uns oft beschäftigt, besonders wenn wir feststellen, dass unsere Haare nicht mehr so üppig sind wie früher.
Immer mehr Nahrungsergänzungsmittel versprechen uns das Wundermittel gegen Haarausfall und brüchige Mähnen. Biotin, auch bekannt als Vitamin B7, steht dabei ganz oben auf der Liste. Es soll das Zellwachstum und die Neubildung von Haarwurzeln fördern. Das klingt ja schon mal vielversprechend! Doch es gibt einen Haken: Biotin-Präparate sind nur dann sinnvoll, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine zusätzliche Einnahme bei gesunden Menschen ohne Mangel keinen messbaren Nutzen hat. Und das ist nicht alles – ein Übermaß an Biotin kann zudem Laborwerte verfälschen. Wer hätte das gedacht?
Die Rolle von Nährstoffen
Wenn wir über Nährstoffe sprechen, ist es wichtig zu wissen, dass ein Mangel an Vitaminen, Proteinen oder Spurenelementen zu Haarbruch und Haarausfall führen kann. Besonders Eisen (Ferritin), Vitamin D und Zink stehen häufig auf der Mängelliste. Wusstet ihr, dass etwa 50 % der Menschen mit Haarausfall einen Vitamin D-Mangel haben? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher eine tägliche Zufuhr von 20 µg. Und Zink? Das ist besonders wichtig für Veganer und Menschen mit Malabsorptionssyndromen. Aber Vorsicht: Zu viel Zink kann die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen und damit Mängel verursachen. Ein Teufelskreis!
Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass die Haarfollikel im Haarzyklus verschiedene Phasen durchlaufen: Anagen (Wachstumsphase), Katagen (Übergangsphase) und Telogen (Ruhephase). Fehlen wichtige Nährstoffe, können die Follikel in die Telogenphase gedrängt werden, was zu diffusem Haarausfall führt. Ein Zustand, der zwar reversibel ist, aber trotzdem frustrierend sein kann. Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis nach einem Mangelausgleich sichtbare Verbesserungen eintreten. Geduld ist hier gefragt!
Aufpassen bei der Einnahme von Supplementen
So verlockend die Vorstellung von glänzendem, vollem Haar durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auch ist, wir sollten nicht vergessen, dass diese Mittel keine Allheilmittel sind. Besonders bei genetisch bedingtem Haarausfall, auch bekannt als androgenetische Alopezie, zeigen Supplemente keine Wirkung. Hier hilft nur der Gang zum Arzt, um Mängel oder andere Erkrankungen auszuschließen. Ein Bluttest zur Bestimmung der Werte von Ferritin, 25-OH-Vitamin-D und anderen ist unerlässlich, bevor wir mit der Einnahme von Vitaminen beginnen. Denn ohne nachgewiesenen Mangel ist es nicht nur sinnlos, sondern kann sogar Haarausfall verschlimmern.
Wollt ihr noch einen weiteren interessanten Fakt? Probiotika könnten ebenfalls eine positive Wirkung auf die Kopfhaut und das Haarwachstum haben. Bestimmte Bakterienstämme zeigen vielversprechende Effekte! Und auch die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle. Oft ist eine ausgewogene Ernährung effektiver als jede Pille. Die besten Quellen für Biotin sind übrigens Hühner-Eigelb, Champignons und Nüsse. Also, vielleicht mal öfter zur vegetarischen oder veganen Variante greifen!
Bevor wir uns in die Welt der Nahrungsergänzungsmittel stürzen, sollten wir uns also gut informieren und gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen. Das ist nicht nur klug, sondern schützt uns auch davor, ungewollte Nebenwirkungen zu erleben. Ganz nach dem Motto: Lieber gut informiert als später überrascht!
In diesem Sinne, bleibt gesund und passt gut auf eure Haare auf! Und falls ihr noch mehr über das Thema erfahren wollt, haltet Ausschau nach dem neuen Buch von Michaela Axt-Gadermann über das Hautmikrobiom, das am 23. September erscheint. Es könnte viele interessante Ansätze bieten, um unsere Haargesundheit zu unterstützen!
