Gefährliche Wärme: Erkältungsbäder für Kinder im Check
Heute ist der 2.11.2026, und wenn wir einen Blick auf die kalten Monate werfen, wird schnell klar, dass Erkältungen in der Luft liegen – sprichwörtlich! Schnupfen, Husten und Heiserkeit, das ist die Zeit, in der wir uns nach einem warmen Bad sehnen, das uns die Beschwerden lindert. Viele greifen dann zu Erkältungsbädern, und das nicht ohne Grund: Sie versprechen, die fiesen Symptome zu bekämpfen und uns wieder auf die Beine zu bringen. Doch Vorsicht! Ein aktueller Test hat ergeben, dass nicht alle dieser Produkte bedenkenlos sind, besonders wenn es um die Kleinsten geht.
In einer Untersuchung wurden 16 Erkältungsbäder für Babys und Kleinkinder unter die Lupe genommen. Dabei kam heraus, dass viele dieser Produkte trotz ihrer ätherischen Öle nicht für Kinder unter 3 Jahren empfohlen werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass Säuglinge und Kleinkinder sehr empfindlich auf kleine Mengen solcher Öle reagieren können. Eukalyptus- und Pfefferminzöl beispielsweise können schwerwiegende Krämpfe im Kehlkopfbereich verursachen – im schlimmsten Fall sogar Atemstillstand! Thymianöl ist ebenfalls nicht ohne: Es kann Überempfindlichkeitsreaktionen und Hautreizungen hervorrufen. Das BfArM hat daher klare Richtlinien, dass Produkte mit diesen Inhaltsstoffen erst ab 3 Jahren zugelassen sind.
Die Risiken der ätherischen Öle
Die Testergebnisse waren ernüchternd. Zehn der Produkte mussten sich harscher Kritik stellen, weil sie für die empfindlichen kleinen Körper nicht geeignet sind. Fünf der getesteten Bäder enthielten zudem Delta-3-Caren, ein starkes Allergen, das als gesundheitlich bedenklich gilt. Und das ist noch nicht alles: Allergene Duftstoffe, die in den Arzneimitteln nachgewiesen wurden, waren nicht einmal auf der Packungsbeilage vermerkt. Hier bleibt die Frage offen, wie transparent die Hersteller wirklich sind.
Die Verwendung ätherischer Öle ist eine gängige Praxis in der Naturheilkunde. Viele Menschen setzen auf Eukalyptus, Pfefferminze oder Kampfer, um Erkältungsbeschwerden zu lindern. Diese Öle finden sich nicht nur in Bädern, sondern auch in Inhalationslösungen und Balsamen. Doch gerade bei Kleinkindern ist Vorsicht geboten: Es gab bereits Fälle von Vergiftungen durch ätherische Öle. Das BfR hat hilfreiche Informationen zur sicheren Anwendung solcher Produkte bereitgestellt, wobei der Fokus auf der Verwendung in konzentrierter Form liegt. Die natürlichen Vorkommen in Kräutern, Gewürzen und Lebensmitteln bleiben dabei unberücksichtigt.
Die Wirksamkeit im Blick
Die Wirksamkeit der getesteten pflanzlichen Arzneimittel gilt als „gut“ – allerdings basiert diese Einschätzung auf Erfahrungswissen und nicht auf klinischen Studien. Das lässt Raum für Skepsis, denn wir alle wissen, dass nicht alles, was gut klingt, auch wirklich gut ist. Kosmetische Produkte wurden in diesem Zusammenhang nicht auf ihre Wirksamkeit hin bewertet, was den getesteten Bädern einen kleinen Vorteil verschaffte. Die Altersempfehlung unter 3 Jahren führte in vielen Fällen zu einer Abwertung um gleich vier Noten. Das ist nicht gerade wenig!
Marken wie Eucabal, Ätheria (Wepa) und Weleda sind in diesem Test vertreten, und Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz hat als Gutachter fungiert. Letztlich bleibt zu hoffen, dass die Hersteller ihre Produkte überdenken und transparenter gestalten. Denn kein Elternteil möchte riskieren, dass sein Kind durch vermeintlich wohltuende Bäder in Gefahr gerät.
