Heute ist der 30.10.2026 und wir schauen uns ein Thema an, das viele von uns beschäftigt: die stoffwechselbedingte Fettlebererkrankung, auch bekannt als MASLD. Es ist schon krass, dass diese Erkrankung zu den häufigsten Leberdiagnosen weltweit zählt. Viele Menschen, die betroffen sind, greifen zu frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln, in der Hoffnung, ihrer Leber etwas Gutes zu tun und sie zu entgiften. Doch das ist nicht immer so einfach, wie es scheint.

Fachmediziner warnen eindringlich vor einer unkontrollierten Selbstmedikation. Die pflanzlichen Wirkstoffe, die viele für hilfreich halten, können die Therapie eher beeinträchtigen oder sogar Leberschäden verursachen. Dr. Irsan Hasan von der Fachgesellschaft PPHI empfiehlt ausdrücklich, solche Mittel ohne ärztliche Rücksprache zu meiden. Das klingt vielleicht etwas übervorsichtig, aber die Risiken sind real.

Die Rolle von Kurkumin und anderen pflanzlichen Mitteln

Nun, man könnte meinen, dass Kurkumin, das aus der Kurkuma-Pflanze gewonnen wird, eine Wunderwaffe ist. Wissenschaftliche Studien zeigen zwar, dass es den Leberwert SGPT verbessern kann, aber die ideale Dosierung bleibt unklar. Und was die Reduktion von Leberfibrose betrifft – nun, da fehlen die Beweise. Außerdem hat Kurkumin die unangenehme Eigenschaft, den Appetit anzuregen. Das ist ziemlich kontraproduktiv, wenn man sich eigentlich um Kalorienreduktion und Gewichtsabnahme bemüht.

MASLD selbst wird diagnostiziert, wenn der Fettanteil mehr als 5 bis 10 Prozent des Lebergewichts ausmacht. Unbehandelt kann das zu chronischen Entzündungen, Fibrose und im schlimmsten Fall zu lebensgefährlichen Verläufen führen. Europäische Leberexperten, wie Dr. Ivo Graziadei, stehen den Nutzen pflanzlicher Präparate skeptisch gegenüber und raten von Entgiftungskuren ab. Stattdessen sollte der Fokus auf einer Gewichtsreduktion liegen: Schon 5 Prozent weniger Körpergewicht können das Leberfett senken, und mehr als 7 Prozent helfen, Entzündungen und Vernarbungen zu verbessern.

Risiken bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

Eine Studie von Wah Kheong et al. hat gezeigt, dass Silimarin, ein weiterer beliebter pflanzlicher Wirkstoff, im Vergleich zu Placebo keinen signifikanten Unterschied im Krankheitsscore ausmacht. Die US-Behörde NCCIH ist sich ebenfalls sicher: Die Evidenz für die Wirksamkeit von Mariendistel bei Leberleiden ist unzureichend. Die Basistherapie bleibt also Gewichtsmanagement und Bewegung, was ja auch nicht die schlechteste Empfehlung ist.

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Und dann gibt es da die Gastroenterologin Sizim Imankulova, die von toxischer Hepatitis nach der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln berichtet hat – besonders bei schnellem Abnehmen. Das ist ein Warnsignal! Arzneimittel werden streng geprüft, während viele Kräutermischungen oft an Nachweisen für ihre Wirksamkeit und Sicherheit fehlen. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen.

Berberin und seine Auswirkungen auf die Leber

Ein weiteres pflanzliches Mittel, das in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit erhält, ist Berberin. Es hemmt die Leberenzyme CYP3A4, CYP2D6 und CYP2C9, die für den Abbau von 60 bis 70 Prozent aller verschreibungspflichtigen Medikamente verantwortlich sind. Das kann insbesondere bei der Einnahme von Statinen wie Simvastatin und Lovastatin zu Komplikationen führen. Daher ist es ratsam, eine Abklärung vor der Einnahme pflanzlicher Substanzen bei bestehenden Leberleiden vorzunehmen.

Die Welt der pflanzlichen Arzneimittel ist also nicht so einfach, wie sie oft dargestellt wird. Manchmal ist es besser, einen Schritt zurückzutreten und genau zu überlegen, was man seinem Körper antut. Schließlich ist die Leber ein wichtiges Organ, das wir nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten.