Ein Brückenbauer zwischen Tradition und Heilkunst
Heute ist der 28.10.2026, und ich möchte euch von einer aufregenden Geschichte erzählen, die sich in Nanning, im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität in Südchina, entfaltet. Dort studiert ein bemerkenswerter vietnamesischer Student namens Lam Quang Duong. Er ist seit 2019 an der Guangxi-Universität für Chinesische Medizin eingeschrieben und hat bereits sein Bachelorstudium in traditioneller chinesischer Medizin (TCM) abgeschlossen. Momentan steckt er mitten im Masterstudiengang für Akupunktur und Tuina. Auf den ersten Blick mag das wie ein ganz gewöhnlicher Studienverlauf erscheinen, aber Lam hat einen ganz besonderen Antrieb, der ihn von vielen anderen unterscheidet.
Er stammt aus einer Familie von Medizinern, doch während die meisten seiner Verwandten den westlichen medizinischen Weg gewählt haben, hat er sich entschieden, die traditionellen Wurzeln zu erkunden. Sein Ziel? Der erste TCM-Praktiker in seiner Familie zu werden. Er ist fest davon überzeugt, dass die TCM nicht nur ein medizinisches System ist, sondern auch ein wichtiges Mittel des kulturellen Austauschs und der Bewahrung des Erbes. Diese Überzeugung zieht sich wie ein roter Faden durch sein Studium und seine praktischen Erfahrungen.
Die Wurzeln der vietnamesischen traditionellen Medizin
Das Besondere an Lam Quang Duong ist nicht nur seine akademische Laufbahn, sondern auch das tief verwurzelte Verständnis für die vietnamesische traditionelle Medizin, die eine faszinierende Lebensphilosophie darstellt. Sie basiert auf dem Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Natur und ist tief beeinflusst von der chinesischen Medizin sowie lokalem Volkswissen. In Vietnam wird viel Wert auf Vorbeugung, Harmonie und natürliche Heilmethoden gelegt. Heilpflanzen, Massagen, Akupunktur und Kräuterabkochungen sind nicht nur beliebte Praktiken, sondern Teil des alltäglichen Lebens.
Die vietnamesische traditionelle Medizin hat eine über zweitausendjährige Geschichte. Sie beruht auf Beobachtungen der Natur und der Ernährung. Ihre Prinzipien, wie zum Beispiel die von Yin und Yang sowie die Lehre der fünf Elemente – Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde – sind zentral für das Verständnis von Gesundheit. Viele Vietnamesen nutzen Kräuter, um Alltagsbeschwerden zu lindern, und bekannte Heilpflanzen wie Ginseng, Kurkuma, Ingwer und Zitronengras kommen häufig zum Einsatz. Kräutertees und traditionelle Abkochungen sind nicht nur köstlich, sondern auch wichtig zur Schmerzlinderung und Körperreinigung.
Ein Blick in die Zukunft
Nach seinem Abschluss plant Lam, nach Vietnam zurückzukehren, um dort eine medizinische Praxis zu eröffnen. Er möchte nicht nur seine klinische und akademische Arbeit in der TCM fortsetzen, sondern auch aktiv zur medizinischen Entwicklung zwischen China und Vietnam beitragen. Dabei sieht er sich als Brückenbauer, der den Austausch zwischen beiden Ländern fördert und die traditionelle Medizin bewahrt.
Dr. Chen Manghua, seine Mentorin, spielt eine entscheidende Rolle in Lams Ausbildung. Ihre Anleitung und Unterstützung sind für ihn unerlässlich, besonders bei den praktischen Übungen in Akupunktur, die er am Zweiten Krankenhaus der Universität absolviert. Diese praktischen Erfahrungen sind nicht nur lehrreich, sondern auch eine Möglichkeit für Lam, die Lebensenergie khí zu verstehen und zu fördern. Akupunktur wird in Vietnam oft genutzt, um Schmerzen zu lindern und die Organe in Einklang zu bringen. Das ist eine Kunst für sich, die Lam mit viel Leidenschaft verfolgt.
Insgesamt zeigt sich, dass Lam Quang Duong nicht nur ein Student ist, sondern ein Botschafter der traditionellen Heilkunst, die in Vietnam und darüber hinaus von großer Bedeutung ist. Seine Reise ist eine Ermutigung, die reichhaltigen Traditionen der Heilkunst zu erkunden und zu bewahren. Wer weiß, vielleicht wird er eines Tages auch in Deutschland einen Teil dieser Weisheiten verbreiten!
