Die Wechseljahre: Auf der Suche nach natürlichen Lösungen und unerwarteten Risiken
Die Wechseljahre – für viele Frauen ein Kapitel, das sowohl Herausforderungen als auch neue Möglichkeiten mit sich bringen kann. Während einige von uns eher mit Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und ständigen Stimmungsschwankungen zu kämpfen haben, suchen viele nach Lösungen, um diese Beschwerden zu lindern. In diesem Zusammenhang sind pflanzliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel in aller Munde. Doch was ist wirklich dran an den versprochenen Wundermitteln?
Ein Blick auf die aktuelle Untersuchung von Öko-Test zeigt, dass die Sache nicht so einfach ist. Sechs pflanzliche Arzneimittel und 17 Nahrungsergänzungsmittel wurden auf den Prüfstand gestellt. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Von den Nahrungsergänzungsmitteln wird grundsätzlich abgeraten, da ihre Wirksamkeit nicht belegt werden muss. Das klingt fast wie ein Aufruf zur Vorsicht! Zudem bergen einige dieser Produkte Risiken, da mehrere pflanzliche Stoffe Wechselwirkungen verursachen können. So wurden in drei von sechs pflanzlichen Arzneimitteln kritische Inhaltsstoffe gefunden, darunter Talkum, das als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird.
Pflanzliche Arzneimittel und ihre Wirkung
Aber es gibt auch Lichtblicke: Pflanzliche Arzneimittel, die Traubensilberkerze und Rhapontikrhabarberwurzel enthalten, haben sich als wirksam gegen Hitzewallungen und übermäßiges Schwitzen erwiesen. Das ist doch schon mal ein guter Ansatz, oder? Währenddessen wird bei Nahrungsergänzungsmitteln häufig auf Isoflavone aus Soja oder Rotklee gesetzt. Diese sollen ebenfalls bei Wechseljahresbeschwerden helfen, doch auch hier bleibt die Wirksamkeit fraglich. Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt, dass 40% der Produkte die empfohlene Tagesdosis überschreiten. Die EFSA empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 100 mg für Soja-Isoflavone und 43,5 mg für Rotklee-Isoflavone, aber 64% der Produkte überschreiten diese Werte. Ein echtes Dilemma für Frauen, die nach Unterstützung suchen!
Eine weitere Herausforderung ist die fehlende Datenlage zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit dieser Nahrungsergänzungsmittel. Frauen mit östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs wird von der Einnahme abgeraten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, die Orientierungswerte auch für Frauen in den Wechseljahren einzuhalten. Hier ist besondere Vorsicht geboten, insbesondere bei einer familiären Vorgeschichte von Brust- oder Gebärmutterkrebs.
Ärztlicher Rat ist Gold wert
Es wird immer wieder betont, dass Isoflavone nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden sollten. Und das ist kein Wunder, denn in der Werbung wird oft mit gesundheitsbezogenen Aussagen geworben, die nicht ausreichend gesichert sind. Viele Hersteller umgehen das Verbot, indem sie zusätzliche Vitamine hinzufügen, für die Gesundheitsansprüche erlaubt sind. Das bringt Frauen in die Zwickmühle: was tun, wenn die beworbenen Produkte nicht halten, was sie versprechen?
Herkömmliche Sojalebensmittel sind unbedenklich, aber die Nahrungsergänzungsmittel haben sich als ein Feld voller Unsicherheiten entpuppt. Es ist also ratsam, erst auf solche Produkte zurückzugreifen, wenn Lebensstilveränderungen, wie eine pflanzenbetonte Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf, nicht helfen. Die Frage bleibt, ob es nicht besser wäre, sich auf natürliche Wege zur Linderung zu konzentrieren, anstatt sich in die Welt der Nahrungsergänzungsmittel zu stürzen, die mehr Fragen aufwirft als Lösungen bietet.
In der heutigen Zeit, in der das Angebot an pflanzlichen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln schier unüberschaubar ist, ist es wichtig, sich gut zu informieren. Und wie gesagt, ein Gespräch mit einem Arzt kann nicht schaden. Am Ende des Tages ist es entscheidend, dass jede Frau selbst herausfindet, was für ihren Körper am besten funktioniert – denn jede ist einzigartig, und das gilt auch für die Wechseljahre.
