Akupunktur, das alte Heilverfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), hat in den letzten Jahren wieder viel Aufmerksamkeit erhalten. Besonders in der Rheumatologie, wo Schmerzen und Entzündungen oft den Alltag der Betroffenen bestimmen, wird intensiv geforscht. Eine aktuelle Studie am Singapore General Hospital, geleitet von Yu Heng Kwan und Ting Hui Woon, hat sich mit der Wirksamkeit von Akupunktur bei axialer Spondyloarthritis beschäftigt. Die Ergebnisse sind sowohl vielversprechend als auch aufschlussreich.

In dieser Untersuchung wurden 139 Patienten mit aktiver axialer Spondyloarthritis in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt neben der Standardversorgung zusätzlich zehn TCM-Konsultationen und Akupunktur über fünf Wochen. Die andere Gruppe bekam lediglich die reguläre Behandlung. Nach sechs Wochen konnten zwar Verbesserungen bei Spinalschmerzen und der Lebensqualität festgestellt werden, doch nach einem Jahr zeigten sich keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen den Gruppen. Die Beschwerden der Patienten glichen sich nach dem Ende der Behandlung wieder der Standardversorgung an. Das bedeutet, die kurzfristige Schmerzlinderung war zwar erfreulich, doch nachhaltige Langzeiteffekte blieben aus.

Die Rolle der TCM in der Rheumatologie

Die Studie trägt den Titel „Traditional Chinese Medicine (TCM) collaborative care involving acupuncture for axial spondyloarthritis: 6-week exploratory results of a pragmatic randomised controlled trial“ und befasst sich mit der Integration von TCM in die Rheumatologie. Neben den akuten Schmerzreduktionen wird auch die Sicherheit des kombinierten Ansatzes betont: In beiden Gruppen gab es nur ein unerwünschtes Ereignis, was auf die Verträglichkeit der Behandlung hinweist. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination aus Akupunktur und konventionellen Therapien durchaus sinnvoll sein könnte – auch wenn die meisten Verbesserungen keine klinisch bedeutsamen Schwellenwerte erreichten.

Rheuma, als Überbegriff für verschiedene Erkrankungen, kann anhaltende Beschwerden am Bewegungsapparat und innere Organe verursachen. Besonders die rheumatoide Arthritis, eine chronische Autoimmunerkrankung, ist eine große Herausforderung für die Lebensqualität der Betroffenen. Schmerzen und Steifheit in Gelenken, die schubweise auftreten, sind nur einige der belastenden Symptome. Konventionelle Therapieansätze, wie entzündungshemmende Medikamente und Glukokortikoide, haben zwar ihre Berechtigung, aber sie bringen auch Nebenwirkungen mit sich, die oft nicht zu unterschätzen sind. Hier könnte die TCM eine wertvolle Ergänzung darstellen.

TCM als ergänzende Therapie

Die TCM, die seit etwa 3.000 Jahren bei Rheuma angewendet wird, betrachtet Erkrankungen als Ungleichgewichte im Körper. Durch individuelle Diagnosen und maßgeschneiderte Behandlungspläne – sei es durch Akupunktur, Kräutertherapie oder Wärmetherapie – zielt die TCM darauf ab, sowohl Symptome zu lindern als auch die Ursachen der Erkrankung anzugehen. Ihre entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkungen sind mittlerweile in vielen Studien belegt. So zeigt sich, dass Akupunktur als ergänzende Behandlung bei rheumatoider Arthritis nicht nur die Symptome lindert, sondern auch die Lebensqualität positiv beeinflussen kann.

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Nicht zu vergessen sind die Aspekte der Lebensstilmodifikation, die in der TCM eine zentrale Rolle spielen. Ernährung, regelmäßige Bewegung wie Schwimmen oder Tai Chi und Stressmanagement sind wesentliche Bestandteile eines ganzheitlichen Ansatzes. Diese Methoden können dazu beitragen, das Wohlbefinden zu steigern und chronische Beschwerden zu mildern. Die Praxis Doson in Oberursel beispielsweise bietet individuelle TCM-Behandlungen an, die auf den jeweiligen Patienten abgestimmt sind. Die Kombination aus Schulmedizin und TCM wird immer häufiger empfohlen – nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung.