Am 1. November 2026 wird die Pfarrkirche St. Martin in Altdorf zum Schauplatz eines unvergesslichen musikalischen Ereignisses. Um 10 Uhr wird der Cäcilienchor unter der Leitung von Aaron Tschalèr die Missa pro Patria von J.B. Hilber aufführen. Dieses Werk, das 1944 inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs entstand, ist nicht nur ein bedeutendes Stück der Schweizer Kirchenmusik, sondern auch ein kraftvolles Bekenntnis zu Freiheit und Eigenständigkeit. Wenn man sich das vor Augen führt, wird einem klar, dass diese Messe in ihrer Aussagekraft und musikalischen Tiefe weit über den Rahmen einer gewöhnlichen Aufführung hinausgeht.

Hilber, der als Luzerner Komponist und Domkapellmeister bekannt ist, schuf mit seiner Missa pro Patria ein Werk, das zum Teil von gregorianischem Choral und klassischer Polyphonie beeinflusst ist. Die musikalische Sprache ist gemässigt modern, was sie für viele Chöre besonders reizvoll macht. Aber das ist nicht alles: Die Messe enthält auch wunderschöne Passagen, die sowohl dramatisch als auch meditativ sind. Die Kombination aus mehrstimmigen, polyphonen und homophon arrangierten Choral-Teilen, zusammen mit den charakteristischen Marschanklängen, schufen einen einzigartigen Klangraum.

Ein Werk mit Geschichte

Ursprünglich wurde die Missa pro Patria 1941 auf einen Bundesauftrag hin zur 650-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft in Schwyz komponiert. Die erste Aufführung durch den örtlichen Kirchenmusikverein lässt erahnen, wie sehr dieses Werk von den Menschen geschätzt wurde. Heute gehört es zu den beliebten „kleinen Festmessen“ in der katholischen Kirchenmusik. Das Besondere an dieser Messe ist die einfache Struktur, die jedoch gleichzeitig eine schöpferische Tiefe aufweist. Ideal für kleinere Chöre – die Missa pro Patria lässt sich leicht erlernen und entfaltet doch eine große Wirkung.

Besonders eindrucksvoll ist das Kyrie, das mit einem düster-mystischen Charakter aufwartet, während das Sanctus mit Fanfarenstößen eingeleitet wird und in einen fröhlichen Walzertaumel mündet. Der kraftvolle Bläsersatz und die Orgelbegleitung von Lea Ziegler Tschalèr verleihen dem Ganzen eine festliche Note. Hilber betonte, dass die Bläser von hoher Qualität sein sollten – andernfalls sei eine Orgelbegleitung die bessere Wahl, um die Integrität der Messe zu wahren.

Ein musikalisches Erlebnis für alle Sinne

Die Missa pro Patria ist nicht nur ein musikalisches Werk, sondern ein Erlebnis für alle Sinne. Die Zwischenteile mit Orgel begleiten die Gesänge und schaffen eine Atmosphäre, die zum Nachdenken anregt. Wenn die Stimmen des Chores zusammenkommen, spürt man die Emotionen förmlich in der Luft. Der Lyrik des Benedictus mit einem eigenen Hosanna-Abschluss kann man einfach nicht widerstehen. Und das Agnus Dei? Es greift die Elemente aus Kyrie und Gloria auf und entwickelt sie weiter – ein wahrhaft beeindruckendes Stück, das in seiner Gesamtheit berührt und bewegt.

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Mit einem Gottesdienst, der von Karl Trütsch auf einer Orgel aus dem Jahr 1970 festlich beendet wird, und der Möglichkeit, die Veranstaltung im Livestream zu verfolgen, steht einem unvergesslichen Erlebnis nichts im Wege. Der Livestream beginnt etwa 10 bis 15 Minuten vorher, also stellt sicher, dass ihr rechtzeitig dabei seid! Kommt vorbei und lasst euch von der Kraft und der Schönheit der Musik in den Bann ziehen. Es wird ein Tag voller Emotionen und Gemeinschaft, ein wahres Fest der Musik!